Giftspritzen überlebt
Pike: Papst bat um Gnade, dann ging alles schief
Noch bevor die Hinrichtung der US-Amerikanerin Christa Pike am Mittwoch in Tennessee scheiterte, soll Papst Leo XIV. bei den Behörden um die Aussetzung der Todesstrafe ersucht haben. Das Gesuch des ersten US-Papstes blieb nach Angaben der italienischen Zeitung „La Repubblica“ allerdings unbeantwortet.
Pike hatte die Hinrichtung am Mittwoch überlebt. Der 50-Jährigen waren zwei Dosen des Mittels Pentobarbital verabreicht worden, sie blieb jedoch am Leben und wurde anschließend in eine medizinische Einrichtung gebracht. Ihr Zustand wurde von ihren Anwälten als kritisch bezeichnet.
Laut „La Repubblica“ hatte der Heilige Stuhl bereits vor dem gescheiterten Hinrichtungsversuch bei den zuständigen Stellen um Gnade für Pike ersucht. Eine Reaktion darauf sei ausgeblieben. Auch nach dem gescheiterten Versuch habe das Gesuch weiterhin Bestand, berichtete die Zeitung.
Der Vatikan lehnt die Todesstrafe grundsätzlich ab. Papst Franziskus ließ 2018 den Katechismus entsprechend ändern. Darin wird die Todesstrafe als unzulässig bezeichnet. Auch Leo XIV. hat sich gegen die Todesstrafe ausgesprochen. Im April 2026 betonte er, das Recht auf Leben sei die Grundlage aller anderen Menschenrechte.
Zwei Dosen – trotzdem am Leben
Der Hinrichtungsversuch in Tennessee war nach Angaben von Zeugen von erheblichen Problemen begleitet. Pike blieb nach der Verabreichung der beiden Dosen weiterhin am Leben. Medienzeugen berichteten, dass sie noch atmete und Geräusche von sich gab. Schließlich wurde sie zur medizinischen Versorgung aus dem Gefängnis gebracht.
Mediziner halten es für möglich, dass das Pentobarbital zumindest teilweise nicht in die Blutbahn, sondern in das umliegende Gewebe gelangte. Pikes Anwalt Randy Spivey berichtete zudem von Schwierigkeiten beim Legen eines intravenösen Zugangs. Eine der verwendeten Nadeln habe nach einem erfolglosen Versuch verbogen ausgesehen. Nach Angaben der Verteidigung kam es an den Einstichstellen zu Blasen und Verbrennungen.
Die Strafvollzugsbehörde von Tennessee erklärte dagegen, dass alle Schritte des geltenden Hinrichtungsprotokolls eingehalten worden seien. Gouverneur Bill Lee setzte nach dem Vorfall weitere Hinrichtungen für den Rest des Jahres aus und ordnete eine unabhängige Untersuchung an.
Wegen Mordes zum Tod verurteilt
Pike war wegen der Ermordung der 19-jährigen Colleen Slemmer zum Tode verurteilt worden. Die Tat ereignete sich 1995, als Pike selbst 18 Jahre alt war. Slemmer wurde in Knoxville über längere Zeit misshandelt und schließlich getötet. 1996 wurde Pike wegen des Mordes zum Tode verurteilt.
Leo XIV., der mit bürgerlichem Namen Robert Francis Prevost heißt, wurde 1955 in Chicago geboren. Er ist der erste in den USA geborene Papst.

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