Jobkrise trifft Frauen

Neue AMS-Zahlen zeigen ein widersprüchliches Bild

Österreich
01.10.2026 09:36
Porträt von krone.at
Von krone.at

Mehr Beschäftigte, aber auch mehr Arbeitslose: Der österreichische Arbeitsmarkt zeigt Ende September ein widersprüchliches Bild. Während die Zahl der Beschäftigungsverhältnisse gegenüber dem Vorjahr gestiegen ist, sind beim AMS weiterhin deutlich mehr Menschen arbeitslos gemeldet. Besonders stark trifft die Entwicklung Frauen.

Ende September waren in Österreich 306.600 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind um rund 7400 Personen oder 2,5 Prozent mehr als im September des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote stieg damit um 0,1 Prozentpunkte auf 7,1 Prozent.

Gleichzeitig nahm die Beschäftigung zu. Nach einer Schätzung des AMS gab es um rund 8000 Beschäftigungsverhältnisse mehr als vor einem Jahr. Der Anstieg der Beschäftigung verhindert damit allerdings nicht, dass die Zahl der Arbeitslosen weiter über dem Vorjahresniveau liegt.

Entwicklung besonders bei Frauen auffällig
Besonders auffällig ist die unterschiedliche Entwicklung bei Frauen und Männern. Die Zahl der arbeitslosen Frauen stieg innerhalb eines Jahres um 6 Prozent beziehungsweise rund 8300 Personen. Bei den Männern ging die Arbeitslosigkeit hingegen leicht um 0,6 Prozent zurück.

Das Balkendiagramm zeigt die Arbeitslosenquote in Österreich von 2014 bis 2026. Der höchste Wert lag 2020 bei 8,4 %, der niedrigste Wert wurde 2022 mit 5,7 % erreicht. Für 2026 wird eine Quote von 7,1 % angegeben. Quelle: AMS.

Auch die Zahl jener Menschen, die arbeitslos sind oder an einer Schulung des AMS teilnehmen, liegt über dem Vorjahreswert. Im September waren es insgesamt rund 381.200 Personen – um 6000 beziehungsweise 1,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Situation bei Lehrstellen verschärft
Bei den Jugendlichen zeigt sich hingegen eine leichte Verbesserung. Ende September waren 507 Personen beziehungsweise 1,5 Prozent weniger junge Menschen arbeitslos als im Vorjahr.

Gleichzeitig verschärft sich die Situation bei den Lehrstellen. Die Zahl der beim AMS gemeldeten sofort verfügbaren Lehrstellensuchenden stieg um 8 Prozent beziehungsweise 870 Personen. Die Zahl der gemeldeten offenen Lehrstellen nahm dagegen nur um 38 zu. Damit fehlen rechnerisch 3977 Lehrstellen für die sofort verfügbaren Suchenden.

Langzeitarbeitslosigkeit nimmt zu
Besonders deutlich zeigt sich die anhaltend schwierige Lage bei jenen, die bereits lange ohne Job sind. Die Zahl der Menschen, die seit mindestens einem Jahr beim AMS als arbeitslos vorgemerkt sind, stieg auf 104.101. Das sind um 10.311 Personen oder 11 Prozent mehr als vor einem Jahr. Damit entfällt bereits rund ein Drittel (34 Prozent) aller beim AMS arbeitslos vorgemerkten Personen auf diese Gruppe.

Auch bei den verfügbaren Jobs zeigt sich keine Entspannung. Ende September waren beim AMS 78.267 sofort verfügbare offene Stellen gemeldet. Das sind um 0,5 Prozent weniger als im September 2025. Auch bei den neu beim AMS gemeldeten offenen Stellen gab es einen Rückgang. Im September wurden um 4 Prozent beziehungsweise 1963 Stellen weniger gemeldet als im Vorjahresmonat.

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