Beschwerden über Kurse

Sind die Schulungen des AMS wirklich „unsinnig“?

Niederösterreich
10.09.2026 05:00

Die Einschätzungen bei einem AMS-Beratungsgespräch gehen oft weit auseinander. Tipp: Bedenken nachvollziehbar und früh darlegen.

„Sinnlose Steuergeldverschwendung, unnötig, eine Zwangsverpflichtung, um Leute zu traktieren“: Immer wieder kommt es bei AMS-Kursen zu Beschwerden. So erreichte die „Krone“ beispielsweise die Schilderung eines jungen Niederösterreichers, der aufgrund eines gesundheitlichen Gebrechens nicht mehr seinem Beruf nachgehen kann und auf einen Umschulungskurs warten muss.

In der Zwischenzeit müsse er aber einen anderen Kurs absolvieren und dort Bewerbungsschreiben verfassen, die er aber wegen des geplanten Umschulungskurses nicht wegschicken darf. Und später würde man im Kurs sogar „Golf und Tischtennis spielen oder spazieren gehen“ dürfen, nur um die Arbeitslosenstatistik zu schönen.

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Maßgeblich ist, dass die Chancen auf eine Arbeitsstelle für die Person aus unserer Sicht verbessert werden.

AMS-Sprecherin Martina Fischlmayr

Tatsächlich gelten in Schulung befindliche Personen nicht als arbeitslos. Das AMS weist diese aber extra aus. „Ein Kurs wird nicht zugewiesen, weil dort noch freie Plätze sind oder man statistische Werte verändern möchte. Maßgeblich ist, dass die Chancen auf eine Arbeitsstelle für die Person aus unserer Sicht verbessert werden“, entgegnet AMS-Sprecherin Martina Fischlmayr. Die Einschätzungen der Betroffenen könnten da aber ganz unterschiedlich sein. „Deshalb ist es wichtig, Bedenken frühzeitig im Beratungsgespräch zu äußern und nachvollziehbar zu begründen.“

Wenn eine Maßnahme ohne wichtigen Grund abgelehnt oder der Erfolg vereitelt werde, ist der zeitweise Verlust des Arbeitslosengeldes gesetzlich geregelt.

AMS kontrolliert Kurse unangekündigt
Inhalte der Schulungen müssten immer einen klaren Bezug zum Kursziel haben. Man kontrolliere Kurse auch unangekündigt und überprüfe die arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen auf ihre Erfolge, die dann auch gegebenenfalls beendet werden würden.

Und auch für über 50-Jährige mit viel Job-Erfahrung könne laut AMS ein Bewerbungskurs sehr sinnvoll sein. Besonders wenn die Person viele Jahre in derselben Firma gearbeitet habe: Denn viele Bewerbungswege hätten sich deutlich verändert.

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