Um 30 Millionen Euro

Steirischer Kürbiskern-Riese hat groß ausgebaut

Steiermark
30.09.2026 13:44

Der Kernöl-Produzent Steirerkraft hat groß ausgebaut: 30 Millionen Euro flossen in den Standort St. Ruprecht an der Raab, an dem nun alles gebündelt ist. Bis 2040 sollen noch viele weitere Schritte folgen. 

Acht Tage verbrachte Agrarlandesrätin Simone Schmiedtbauer in Kanada. Als sie Mittwochvormittag in Wollsdorf (Gemeinde St. Ruprecht an der Raab) aus dem Auto stieg, „habe ich gemerkt, dass ich den Geruch der Heimat vermisst habe“. Gemeint ist der Geruch von Kürbiskernöl.

Schmiedtbauer war zu Gast bei Steirerkraft, einer Marke der Alwera-Gruppe. Dort wurde der Abschluss einer 30 Millionen Euro schweren Expansion gefeiert. Die Firma hat das Nachbargrundstück der Obst-Firma „Frisch saftig steirisch“ übernommen. „Wir haben uns bewusst dafür entschieden, die Halle nicht abzureißen, sondern umzubauen“, betont Geschäftsführerin Martina Hubmann. Nach etwas mehr als einem Jahr ist das abgeschlossen.

Von links: Marketingleiterin Elisabeth Mittelbach-Krenn, Geschäftsführerin Martina Hubmann, ...
Von links: Marketingleiterin Elisabeth Mittelbach-Krenn, Geschäftsführerin Martina Hubmann, Landesrätin Simone Schmiedtbauer und Vorstandsmitglied Andreas Cretnik.(Bild: diemosbachers)

13 kleine Lager werden aufgelassen
Anlieferung der Kerne, Kernölproduktion, Abfüllung, Lagerung, Auslieferung – alles ist nun an einem Standort, direkt an der B64, gegenüber dem neuen Siemens-Energy-Werk, gebündelt. Die Abläufe in den 15 Hektar großen Werken erfolgen von Süden nach Norden, Transportwege werden deutlich verkürzt. Die Abfüllung wurde aus dem bisherigen Mietstandort in Dietmannsdorf nach Wollsdorf übersiedelt, bis nächstes Jahr folgen die Anlagen aus den bisher 13 verstreuten Lagern. 

Die Investition erfolgt pünktlich zum 30-Jahr-Jubiläum der Firma. Hubmann hat vor 27 Jahren vor Ort begonnen: „Damals waren es gut zehn Mitarbeiter am Standort, jetzt sind es 300.“ 

Fakten

  • Am Steirerkraft-Standort Wollsdorf werden Kürbiskerne, Käferbohnen und weitere Lebensmittel abgefüllt und für die Auslieferung (an Handel, Gastronomie und Großkunden) vorbereitet. 
  • Künftig steht eine rund 4000 Quadratmeter große Logistikzone zur Verfügung. Bis zu zehn Lkw können parallel abgefertigt werden. Dazu kommen 4000 Palettenplätze für Verpackungsmaterialien. 
  • Steirerkraft investiert am Standort knapp zehn Millionen Euro zusätzlich in Energiemaßnahmen. So sind 29 E-Stapler im Einsatz. 

 

Alwera-Vorstandsmitglied Andreas Cretnik betont: „Der Standort Wollsdorf ist abgesichert!“ Und er soll bis 2040 weiterausgebaut werden. Laut Cretnik wird in Richtung Vollautomatisierung gedacht – weniger Personal soll dadurch nicht notwendig sein, im Gegenteil. Auch bei den Vertragslandwirten, derzeit etwa 1000, hofft Cretnik auf Zuwachs. Der Klimawandel wird dabei zur großen Herausforderung, wie die Dürre des heurigen Sommers bewiesen hat. Alwera ist an der Saatgut Gleisdorf beteiligt, dort wird an krisenresistenten Sorten, auch bei Käferbohnen, gearbeitet. 

Sprung nach Übersee als nächstes Ziel
Zum Jubiläum gibt es auch einen Relaunch der Marke Steirerkraft, wie Marketingleiterin Elisabeth Mittelbrach-Krenn erklärt. Etiketten und Verschluss wurden neu gestaltet, zudem startet eine neue Marketingkampagne. Im Mittelpunkt steht dort der typische Kernölfleck auf der Kleidung. Pro Jahr wird in Wollsdorf Kernöl im einstelligen Millionenbereich produziert, die Exportquote beträgt 55 bis 60 Prozent. Der Sprung nach Übersee ist ein nächstes Ziel.

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