„Krone“-Kolumne

„Es hat noch nie eine so mächtige Waffe gegeben“

Kolumnen
30.09.2026 06:45

Bereits in ein paar Jahren soll’s aus mit uns sein, das Ende der Menschheit ist nah. Zumindest laut der Warnung eines ehemaligen Anthropic-Mitarbeiters: Künstliche Intelligenz könnte uns alle bis Ende des Jahrzehnts töten – ein Szenario, an das sogar ihre Erschaffer glauben würden.

Es wäre leicht, ihn als einen weiteren apokalyptischen Unkenrufer aus dem Silicon Valley abzutun, wenn ihm nicht einige hoch qualifizierte Kollegen beipflichten würden. Und wenn nicht die KI-Giganten Sam Altman und Dario Amodei bei der Generalversammlung der UNO vor ihren eigenen Chatbots gewarnt hätten.

Was für ein Paradoxon: Da betteln Unternehmer förmlich um Regulierungen und Einschränkungen der eigenen Erfindung, fordern mehr Sicherheit – und arbeiten trotzdem weiter daran, dass die KI immer mächtiger wird. In diesem gefährlichen Wettrüsten bremst halt jeder nur, wenn es die anderen auch tun. Selbst dann, wenn am Ende die Maschinen den Menschen völlig überflügeln. Wie in Goethes viel zitiertem „Zauberlehrling“: „Herr, die Not ist groß! Die ich rief, die Geister, werd ich nun nicht los.“

Dass die KI mächtig genug sei, um Ereignisse auszulösen, die eine Milliarde Todesopfer fordern könnten, ist auch Bill Gates überzeugt. Doch er fürchtet nicht die Technologie – sondern den Menschen. In den falschen Händen habe es „noch nie eine so mächtige Waffe gegeben“.

Die künstliche Intelligenz kann in so vielen Gebieten ein Segen für die Menschheit sein. Wäre da nicht der Mensch, der selbst nicht klüger wird.

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