Nach DNA-Analyse

US-Bürger nach 40 Jahren im Todestrakt wieder frei

Ausland
30.09.2026 06:00
Porträt von krone.at
Von krone.at

Mehr als 40 Jahre saß Douglas Stewart Carter im US-Bundesstaat Utah im Todestrakt – nun wurde der 71-Jährige nach einer DNA-Analyse wieder freigelassen. Seine Unschuld ist aber noch nicht eindeutig festgestellt.

Carter wurde vorgeworfen, die Tante des damaligen Polizeichefs der Stadt Provo in ihrer Wohnung erstochen und erschossen zu haben. Der Ehemann des Opfers erklärte, er sei zum Tatzeitpunkt zu Besuch bei einem Freund gewesen – als er heim kam, habe er die teilweise entkleidete Leiche von Eva Olesen gefunden. Ihre Hände waren hinter dem Rücken gefesselt. 

Zeugen widerriefen Aussagen
Die Ermittler verdächtigten Carter, die Frau bei einem Raubüberfall getötet zu haben. Er unterschrieb ein Geständnis, dass er später widerrief. Er beteuerte, dass dieses erzwungen worden sei – er sei unschuldig. Tatsächlich gibt es auch keine Beweise, die ihn mit dem Tatort in Verbindung bringen. Doch zwei Zeugen behaupteten, der heute 71-Jährige habe damit geprahlt, den Mord begangen zu haben. Auch diese widerriefen später ihre Aussagen. Für diese hätten sie Geld und Geschenke von der Polizei erhalten. Dennoch wurde Carter 1985 zum Tode verurteilt.

Douglas Stewart Carter ist nach vier Jahrzehnten wieder auf freiem Fuß.
Douglas Stewart Carter ist nach vier Jahrzehnten wieder auf freiem Fuß.(Bild: kameraone)

Neuer Prozess wurde angeordnet
Am Tatort wurden Blutspuren an einem Türgriff sowie DNA-Material auf dem Griff des Messers sichergestellt, das als Tatwaffe diente. Diese Spuren wurden nun untersucht – diese stammten nicht von Carter. Er wurde daher gegen Kaution freigelassen. Der 71-Jährige muss allerdings eine Fußfessel tragen und darf keinen Kontakt zur Familie des Mordopfers aufnehmen. Es wurde ein neuer Prozess angeordnet und ein Fehlverhalten der Ermittler eingeräumt.

Nun muss die Staatsanwaltschaft den Fall erneut prüfen. Carters Anwalt forderte diese dazu auf, die Anklage fallen zu lassen. „Hätte der Staat Utah seinen Willen durchgesetzt, wäre er bereits vor 15 oder 20 Jahren hingerichtet worden, bevor wir das Fehlverhalten aufgedeckt haben“, betonte der Jurist. Carter werde wohl eine Therapie benötigen, um die lange Zeit im Todestrakt zu verarbeiten. 

Opferfamilie hat „ernsthafte Bedenken“
Die Familie des Mordopfers ist trotz der DNA-Analyse nicht von der Unschuld Carters überzeugt – man habe „ernsthafte Bedenken“ hinsichtlich seiner Freilassung, erklärte eine Schwiegertochter der Ermordeten. „Wir wollen einfach nur Gerechtigkeit für Eva“, erklärte Theresa Olesen. „Und wenn er irgendetwas damit zu tun hatte, wollen wir, dass das bekannt wird.“

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