Große Wissenslücke

Beim Mülltrennen kann Jung einiges von Alt lernen

Österreich
30.09.2026 06:00

Eine Analyse der Initiative „Österreich sammelt“ zeigt: 85 Prozent der über 50-Jährigen achten auf die richtige Mülltrennung – bei den Jungen ist es nur jeder Zweite. Auch beim Wissen über Müll und Abfallvermeidung zeigt sich eine deutliche Generationslücke.

Richtiges Mülltrennen scheint offenbar eine Generationsfrage zu sein. Während die ältere Generation beim Wegwerfen genauer hinschaut, sind sich viele junge Österreicher beim richtigen Trennen eher unsicher. Das zeigt eine neue Analyse der Initiative „Österreich sammelt“.

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Mülltrennung ist eine Generationenaufgabe. Die Umfragen zeigen, wo weiterhin Informations- und Motivationsarbeit nötig ist.

Andreas Pertl von „Österreich sammelt“

Große Unterschiede zwischen Jung und Alt
85 Prozent der über 50-Jährigen geben an, im Alltag sehr auf die Trennung von Abfall und Verpackungen zu achten. Bei den 16- bis 29-Jährigen sind es nur 50 Prozent. Noch größer wird die Lücke in puncto Abfallvermeidung. Hier sagen 67 Prozent der Generation 50 plus, dass sie sehr darauf achten – fragt man das gleiche die jungen Menschen dieses Landes, sind es gerade einmal 24 Prozent. Aber auch beim Wissen klafft eine Lücke. 43 Prozent der Babyboomer fühlen sich beim Vermeiden und Trennen von Abfall bestens informiert. Die junge Generation Z ist mit nur 28 Prozent weniger gut informiert. Wie kann das sein?

(Bild: Krone KREATIV/stock.adobe.com)

Laut Statistik Austria halten mehr als acht von zehn Jugendlichen und jungen Erwachsenen einen eigenen Beitrag zum Klimaschutz für wichtig. „Junge Menschen müssen erst in Routinen wie die korrekte getrennte Sammlung von Abfällen hineinwachsen“, erklärt Jugendforscherin Natalia Wächter von der Universität Graz. Ausschlaggebend für selbstbewusstes Trennen sei aber letztlich das Elternhaus: Wer zu Hause nie selbst Müll getrennt hat, weil die Eltern das übernommen haben, müsse diese Routinen erst lernen. 

Aber keine Sorge: „Weniger Sicherheit bei der eigenen Informiertheit muss nicht automatisch weniger Interesse bedeuten“, so Verhaltens- und Klimapsychologe Thomas Brudermann.

(Bild: VKS Österreich)
(Bild: VKS Österreich)
(Bild: VKS Österreich)

Es herrscht jedenfalls Aufholbedarf. Und hier möchte die Initiative mit der neuen Kampagne „Sammelhelden“ sowohl Jung als auch Alt unter die Arme greifen. Andreas Pertl, Sprecher von „Österreich sammelt“: „Wir müssen Menschen in allen Lebensphasen erreichen und sichtbar machen, dass in jeder Generation bereits viele beim Mülltrennen mitmachen“. 

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