Debüt, Juve und Alaba

ÖFB-Juwel: „Das ist schon etwas ganz Besonderes!“

Fußball International
30.09.2026 05:28

Mit gerade einmal erst 21 Jahren ist David Puczka in der ganz großen Fußball-Welt angekommen. Im Interview mit „sportkrone.at“ spricht der Genua-Legionär und U21-Leistungsträger über seine neue Station, seinen Abschied von Juventus, seine Vorfreude auf David Alaba und seine rot-weiß-roten Ziele …

Bei David Puczka läuft’s aktuell richtig rund! Vor zwei Wochen hatte der Österreicher beim 1:0-Sieg des FC Genua im Sechzehntelfinale der Coppa Italia gegen den FC Südtirol den Assist zum Goldtor geliefert. Nur fünf Tage später durfte er sein Debüt in der Serie A feiern, kam beim 1:2 gegen Parma rund 30 Minuten zum Einsatz. „Das ist schon etwas ganz Besonderes. Mir haben sehr viele Leute gratuliert – ein sehr geiles Gefühl!“. Puczka ist einer der Top-5-Ligen angekommen, doch das soll noch lange nicht alles gewesen sein.

Seine Karriere begann der Linksfuß beim Favoritner AC. Nach Engagements bei der Wiener Austria und der Admira landete er 2024 sensationell bei Juventus Turin, eine der größten Adressen im Weltfußball. „Wir haben mit der U19 gegen Italien gespielt, da waren sehr viel Scouts bei der Partie. Ich habe ein gutes Spiel gemacht und dann hat sich der Wechsel ergeben“, blickt er zurück.

Genua statt Turin
Und Puczka geigte in der zweiten Mannschaft des italienischen Topklubs groß auf: Im vergangenen Jahr wurde er in der Serie C zum Spieler der Saison bei der „Alten Dame“ gewählt. Als Belohnung winkte nun ein Platz bei den Profis unter Star-Coach Luciano Spalletti. „Es war vorgesehen, dass ich die Vorbereitung bei ihnen mitmache“, schildert Puczka.

Doch dazu kam es nicht! Der Linksverteidiger, der mit einigen Klubs (Red Bull Salzburg, Hertha BSC, etc.) im Sommer in Verbindung gebracht worden war, entschied sich – auch aufgrund der größeren Perspektive – für einen Wechsel zum italienischen Traditionsklub Genua. Die Ablösesumme lag bei stolzen sechs Millionen Euro. „Hier ist das Leben am Meer sehr entspannt“, genießt er in Genua auch die Zeit abseits des Fußballplatzes.

Prominenter Trainer
In der nordwestlichen Hafenstadt hat Puczka einen Weltmeister als Trainer: Daniele De Rossi, der 2006 mit der „Squadra Azzura“ den WM-Pokal holen konnte, hat in Genua, wo mit Franz Stolz und Elias Havel noch zwei weitere Österreicher unter Vertrag stehen, das Sagen. De Rossi war einst für seine kompromisslose, leidenschaftliche und auch harte Spielweise bekannt. Ist er auch als Coach ein „knallharter Hund“? „Eigentlich gar nicht. Im Training ist er voll entspannt, redet viel mit den Spielern“, zeigt sich Puczka begeistert.

Genua-Trainer Daniele De Rossi
Genua-Trainer Daniele De Rossi(Bild: EPA/Stringer)

Nicht nur in der Defensive, sondern auch im Mittelfeld hat Puczka seine Qualitäten – das steigert seinen Wert. „De Rossi sieht mich als linker Innenverteidiger in unserer Dreierkette in Genua“, sagt Puczka. „Wohler fühle ich mich links außen, aber solange ich spiele, ist mir das egal, wo!“

Vorfreude auf Duell mit Alaba
Im Dezember kommt in der Serie A zu einem spannenden Duell: Dann empfängt Puczka mit dem FC Genua Kontrahent Udinese Calcio, den neuen Klub von David Alaba. „Eine neue Herausforderung für ihn, er wird dort gut hinpassen“, befürwortet Puczka den Wechsel seines Landsmannes nach Italien. „Ich freue mich auf das Spiel!“ Angesichts seiner Position gibt’s ja auch einige Parallelen zum ÖFB-Star.

Topscorer in der EM-Quali
Nicht nur auf Vereinsebene, sondern auch beim Nationalteam genießt Puczka einen hohen Stellenwert. Kein Wunder, der Jungspund ist schließlich Österreichs U21-Topscorer in der EM-Qualifikation. An fünf von sieben Toren (2 Tore, 3 Assists) war er direkt beteiligt. „Es waren halt drei Eckbälle und zwei Elfmeter“, bleibt er bescheiden, betont jedoch auch: „Die Standards sind eine Spezialität, eine Waffe von mir.“

Noch hat man alles in der eigenen Hand
Der Schmäh rennt und die Stimmung im U21-Team, das sich aktuell in Frauenkirchen (Burgenland) auf die finale Quali-Phase vorbereitet, ist blendend, versichert Puczka: „Wir sind eine tolle Einheit. Es macht immer Spaß, hier zu sein!“ Am Freitag wartet im Sport-Club-Stadion in Wien das Duell mit Dänemark. Zum Abschluss geht es dann am Dienstag auswärts gegen Wales. Aktuell liegt Österreich hinter Belgien und Dänemark auf Rang drei.

Peter Perchtold
Peter Perchtold(Bild: GEPA)

Die Gruppensieger und der beste Gruppenzweite qualifizieren sich direkt für die EM im kommenden Jahr, die in Serbien und Albanien stattfindet. Die übrigen acht Zweitplatzierten ermitteln im November in Play-offs die restlichen vier Endrunden-Teilnehmer. Noch hat die Truppe von Teamchef Peter Perchtold alles in der eigenen Hand. Zweifel hat Puczka keine: „Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir es zur EM schaffen. Vor allem mit dieser Mannschaft, die wir jetzt haben. Die Qualität ist richtig gut und wir sind voller Selbstvertrauen!“

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