Die Aufnahmen, die Tierschützer am Wochenende im Stall eines von Menschen unbewohnten Hofes nahe Mattighofen machten, sind erschreckend und mitleiderregend. Um Leser nicht zu verstören, verzichtete die „Krone“ bewusst auf die besonders drastischen Bilder. „Die Zustände, auf die wir stießen, waren verheerend. Wir haben die Polizei alarmiert“, erklärt Tom Putzgruber, Sprecher des Vereins RespekTiere.
Ein Teil der Kühe sei etwa bis über die Knie in Mist und Gülle gestanden. Weiters sollen im Bereich der Stiermast zu viele Tiere auf einen Platz konzentriert gewesen sein. Auch Trinkmöglichkeiten wurden nicht gesichtet.
„Kein Zugang zu Wasser oder Futter“
„Mindestens eines der Rinder trug eine Fußfessel, ein anderes war mit dem Kopf so eng angebunden, dass es keinen Zugang zu Wasser oder Futter hatte und schräg stehen musste“, kritisiert Putzgruber. In einer Scheibtruhe sei ein Rinderembryo gelegen, der Melkraum außerdem extrem verschmutzt gewesen. „Ich frage mich, wie stark keimbelastet die Milch ist, die hier gemolken wird?“
Hinter dem Stall gab es zwei große Güllegruben, die offenbar ungesichert waren. „Wenn Mensch oder Tier da reinfallen, gibt es für sie keine Überlebenschance.“ Am Hof würde außerdem seit Jahren eine Hündin leben, die an einem gebrochenen und schlecht verwachsenen Fuß leide. Putzgruber erstattete dazu auch Anzeige bei der Tierschutzombudsfrau.
Tierschutzrechtliche Kontrolle veranlasst
Nach dem polizeilichen Lokalaugenschein veranlasste die BH Braunau am Montag eine tierschutzrechtliche Kontrolle durch den Amtsveterinär. Dieser stellte Mängel fest, die dringend behoben gehören. „Wir haben dem Besitzer Maßnahmen vorgeschrieben, die in kurzer Frist umgesetzt werden müssen“, bestätigt BH-Vize Thomas Gut.
Die Beseitigung der Fäkalien, das Bereitstellen von trockenen Liegeflächen und die Pflege der Klauen müssten sofort in Angriff genommen werden. Gut: „Wird das ignoriert, hat das strafrechtliche Anzeigen zur Folge.“
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