Feministin als Opfer

Cybermobbing: Erstmals Haftbefehl in Österreich

Gericht
20.02.2026 09:00

Eine Wiener Feministin beschuldigte einen Mann aus der Clubbing-Szene zahlreicher sexueller Übergriffe. Woraufhin er die Frau auf Social-Media-Kanälen zu verfolgen begann; ihr in Postings sogar strafbare Handlungen unterstellte. Bis ihn die Staatsanwaltschaft zur Verhaftung ausschrieb.

Fredi Ferkova ist mittlerweile – nicht nur in Juristenkreisen – ziemlich bekannt. Immerhin hat sie 2025, mithilfe ihres Anwalts Philipp Springer, die Einführung des sogenannten Dick-Pic-Paragrafen erwirkt. Seit dem 1. September ist es hierzulande also strafbar, unaufgefordert – egal, über welchen Weg – an andere Personen Genitalbilder zu übermitteln.

Privatermittlungen in der Clubbing-Szene
Aber nun geht es um eine andere „Aktion“, die von der Feministin vor etwa zwei Jahren gestartet wurde. Damals hatte sie über Social-Media-Kanäle Frauen, die bei Clubbings Opfer von sexuellem Missbrauch geworden seien, dazu aufgerufen, sich bei ihr zu melden.

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Der Rechtsstaat hat jetzt erstmals mit angemessener Härte auf digitale Gewalt reagiert. Meine Mandantin ist darüber natürlich sehr erleichtert.

Fredi Ferkovas Anwalt Philipp Springer

Fazit: Die heute 33-Jährige bekam bald eindeutige Nachrichten von zahlreichen Betroffenen – aus welchen herauslesbar war, dass immer wieder dieselben Männer Übergriffe begehen würden.

Darunter: ein Party-Veranstalter. Über den Ferkova dann in Postings ausführlich schrieb, ihn damit für Szene-Insider identifizierbar machte. Was für ihn nicht ohne Folgen blieb: Er bekam kaum noch Aufträge, stürzte beruflich ab.

Der Beschuldigte setzte über einen längeren Zeitraum hinweg seine „Anklägerin“ unter enormen ...
Der Beschuldigte setzte über einen längeren Zeitraum hinweg seine „Anklägerin“ unter enormen psychischen Druck, mit beängstigenden Postings.(Bild: eakgrungenerd - stock.adobe.com)

Ein Kriminalfall mit ungewissem Ausgang
Seine Rache: Er begann, seine Widersacherin zu verfolgen; verbreitete im Internet Lügen über sie, veröffentlichte ihre Privatadresse, unterstellte ihr sogar verbotene Handlungen. Im Stakkato, über einen längeren Zeitraum hinweg.

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Mein Klient hat auf die ungerechtfertigten Vorwürfe gegen ihn leider überreagiert. In seinem Prozess wird er die Gründe für sein Handeln erklären.

Marcus Januschke, der Verteidiger des Beschuldigten

Woraufhin die Staatsanwaltschaft kürzlich einen Haftbefehl gegen ihn erließ. Das Aufsehenerregende daran: Es war der erste, der in Österreich wegen Cybermobbing ausgestellt wurde. Der Beschuldigte konnte zunächst nicht ausfindig gemacht werden, am Mittwoch stellte er sich den Behörden. Nach einer langen Vernehmung und seinem Gelöbnis, in Hinkunft keine Kommentare mehr über Ferkova zu verbreiten, wurde er wieder auf freien Fuß gesetzt.

Sollte er gegen die Auflage verstoßen, droht ihm ernsthaft die U-Haft. Ein Prozess steht ihm ohnehin bevor.

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