Unmittelbar nach Aufhebung ihrer parlamentarischen Immunität sind am Montag zwei ehemalige Minister aus der Amtszeit von Viktor Orbán verhaftet worden. Den beiden Politikern wird Korruption und Veruntreuung vorgeworfen.
Bei den Festgenommenen handelt es sich um den früheren Minister für Kultur und Innovation, Balázs Hankó, und den den frühere Minister für Nationale Entwicklung, Miklós Seszták. Hankó war unter Ministerpräsident Orbán auch für die Leitung des Nationalen Kulturfonds (NKA) zuständig.
Staatsanwalt: Gelder in über 1000 Fällen zweckentfremdet
Laut Staatsanwaltschaft hat der NKA von September 2025 bis März 2026 in über 1000 Fallen öffentliche Mittel entgegen aller gesetzlicher Vorgaben zweckentfremdet und damit einen finanziellen Schaden von 17,3 Milliarden Forint (rund 47,13 Mio. Euro) verursacht. Das investigative Portal „Átlátszó“ hatte im Vorfeld berichtet, dass Hankó die Milliarden im Wahlkampf der Fidesz-Partei verteilt hätte, so auch an regierungsnahe Medien.
Hankó wies alle Vorwürfe zurück. Sein Verteidiger Gábor Tóth berichtete gegenüber dem Portal „Telex“, dass sein Mandant im Sinne weiterer Verfahrensmaßnahmen von Budapest nach Kecskemét gebracht worden sei. Die Staatsanwaltschaft des Komitats Bács-Kiskun hat den Verdächtigten bereits verhört. In den vergangenen Monaten war es in der NKA-Causa zu mehreren Festnahmen gekommen – darunter der ehemalige Vizepräsident des Kulturfonds.
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