Heimir Hallgrimsson war bereits einmal der große ÖFB-Schreck. Jetzt will der gelernte Zahnarzt erneut Rot-Weiß-Rot ärgern.
Das irische Nationalteam hat schon bessere Zeiten gesehen. Seit der EM 2016 haben sich die Iren für kein großes Turnier mehr qualifiziert. Auf eine WM-Teilnahme wartet Österreichs Nations-League-Gegner gar seit 2002 vergeblich. Auch als Co-Gastgeber der EM 2028 haben die „Boys in Green“ ihr Ticket nicht sicher. Die Chancen stehen aber nicht schlecht. Gespielt wird beim Turnier in zwei Jahren wie am Donnerstag (20.45/live im sportkrone.at-Ticker) gegen das ÖFB-Team im Aviva Stadium in Dublin.
Alle vier Ausrichterverbände – neben Irland auch England, Schottland und Wales – nehmen im kommenden Jahr an der EM-Quali teil. Sollten nicht alle die reguläre Quali schaffen, erhalten die beiden bestplatzierten nicht qualifizierten Heimteams eines von maximal zwei Ersatztickets. Die Iren soll Teamchef Heimir Hallgrimsson zur EM führen. Der Isländer hatte sein Amt im Sommer 2024 angetreten, im Play-off um ein WM-Ticket war im März im Halbfinale gegen Tschechien im Elfmeterschießen Endstation.
Keine schönen ÖFB-Erinnerungen
Österreich hat bereits vor zehn Jahren unliebsame Bekanntschaft mit Hallgrimsson gemacht: Bei der EM 2016 in Frankreich war der mittlerweile 59-Jährige gleichberechtigt mit dem Schweden Lars Lagerbäck für die Isländer verantwortlich, die das ÖFB-Team mit einem 2:1 zum Abschluss der Gruppenphase aus dem Turnier kegelten. Der Erfolgslauf mit seinem Heimatland öffnete dem gelernten Zahnarzt das Tor in die Fußball-Welt.
Vor seinem Engagement in Irland war Hallgrimsson Trainer in Katar und Teamchef von Jamaika. Vergangene Woche sorgte der Isländer international für Schlagzeilen, indem er angesichts des Gaza-Kriegs vor dem 3:0-Sieg im Duell mit Israel sagte: „Wir spielen nicht mit Genozid, wir spielen gegen Genozid.“ Ihr Heimspiel gegen die Israelis tragen die Iren am Sonntag in Backa Topola in Serbien aus, weil die Ressentiments im eigenen Land zu groß sind. Medientermine mit irischen Spielern sind im laufenden Länderspielfenster ausgesetzt, um diese vor der politischen Debatte zu schützen.
Irlands bekanntester Akteur ist Torhüter Caoimhin Kelleher, einst Ersatzgoalie bei Liverpool und mittlerweile Klubkollege von ÖFB-U21-Hoffnung Jannik Schuster beim englischen Überraschungsteam Brentford. Dazu stehen mit den Verteidigern Dara O‘Shea (Ipswich Town) und Jake O‘Brien (Everton) zwei weitere Premier-League-Profis im Kader. Brentford-Kapitän Nathan Collins fehlt wegen einer Wadenverletzung. Mehr als die Hälfte der Spieler verdienen ihr Geld in der zweiten englischen Liga, Topangreifer Troy Parrott stürmt seit Sommer für Betis Sevilla.
Bilanz gegen Irland positiv
Die Iren liegen als 55. der FIFA-Weltrangliste 32 Positionen hinter Österreich. In Irland hat das ÖFB-Team aber seit Juni 1995 nicht mehr gewonnen. Damals trafen Toni Polster (2) und Andreas Ogris in der EM-Quali an der Lansdowne Road zu einem 3:1-Sieg. Im 2010 eröffneten Nachfolgestadion, das 51.700 Zuschauern Platz bietet und in UEFA-Bewerben Dublin Arena heißt, gab es danach in der WM-Quali zwei Remis - 2013 dank eines späten Tores von David Alaba ein 2:2 und im Juni 2017 im bisher letzten Duell ein 1:1.
Davor hatte es in der WM-Quali im November 2016 in Wien unter Teamchef Marcel Koller eine schmerzhafte 0:1-Heimniederlage gesetzt. In der Gesamtbilanz hat Österreich mit bisher neun Siegen bei vier Remis und drei Niederlagen aber weiterhin klar die Nase vorne. Das Torverhältnis der bisher 16 Duelle mit Irland lautet 37:19. In Irland fällt es mit 17:16 deutlich knapper aus. In den acht Spielen auf der grünen Insel halten die Österreicher bei drei Siegen, drei Remis und zwei Niederlagen.
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