Pro Fahrt bis zu 400 €
Golfcarts in Roms Innenstadt werden zum Politikum
Roms historisches Zentrum wird zum Sammelplatz kleiner Golfcarts. Immer mehr dieser Vehikel fahren Touristen zu Sehenswürdigkeiten, Hotels und zum Flughafen. Doch mit der wachsenden Anzahl mehren sich Beschwerden über fehlende Genehmigungen, Verkehrsverstöße und Sicherheitsrisiken.
500 Golfcarts sind regelmäßig in der Ewigen Stadt unterwegs und kutschieren Touristen von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit. Pro Person werden häufig rund 100 Euro verlangt, private Touren für bis zu fünf Personen kosten in vielen Fällen etwa 400 Euro.
Die Anbieter werben mit unterschiedlichen Rundfahrten, die von wenigen Stunden bis zu Touren mit Restaurantbesuch reichen. Einige Fahrten finden am Abend oder bei Sonnenuntergang statt.
Sogar als „Flughafentaxi“ unterwegs
Für Kritik sorgen insbesondere die Verkehrssicherheit und die Konkurrenz zu etablierten Taxi- und Mietwagenangeboten. Luca Notarbartolo vom Verband der Mietwagen „Ncc Italia“ spricht von einem „Verkehrsdschungel“ in der Hauptstadt. Golfcarts würden demnach unter anderem falsch in Fußgängerbereichen fahren oder in verbotenen Parkzonen stehen bleiben. Nach Angaben des Verbandes seien solche Wägen sogar auf der Straße zum Flughafen Rom Fiumicino und auf dem Autobahnring gesehen worden.
Keine Sicherheitsgurte
Auch die Sicherheitsvorkehrungen werden kritisiert. Riccardo Cacchione von der Gewerkschaft Usb-Taxi weist darauf hin, dass die Fahrgäste in den offenen Carts teilweise ohne ausreichenden Schutz und ohne Sicherheitsgurte unterwegs seien – und das schneller als 25 km/h. Zudem würden sich Passagiere während der Fahrt für Fotos aus dem Vehikel lehnen. Lenker würden sich außerdem manchmal während der Fahrt zu den Gästen umdrehen, um ihnen die Sehenswürdigkeiten zu erklären.
Rechtliche Grundlage des Geschäfts unklar
Neben Sicherheitsfragen geht es um die rechtliche Grundlage des Geschäfts. Nach Angaben von Ncc Italia hat die Stadt Rom bisher lediglich 41 der rund 500 Fahrzeuge beziehungsweise Anbieter genehmigt. Eine spezielle Regelung für Golfcarts dieser Art gibt es in der Hauptstadt derzeit nicht. In der Toskana wurde dagegen bereits eine entsprechende Regelung eingeführt.

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