„Nicht ungefährlich“

Rattenbiss inspirierte zu Mystery-Roman

Niederösterreich
29.09.2026 06:00

Vor fünf Jahren überstand Ilse Pöllmann den Biss eines Nagers und schrieb einen Roman darüber. Ein Experte erklärt nun wie gefährlich ein Rattenbiss wirklich ist, und was zu tun ist in der Not. 

In der Weinviertler Gemeinde Großrußbach wurden vergangenen Sommer häufig Nager gesehen. Die ganze Gemeinde wurde schließlich von einem Fachmann „befreit“. Weiter südlich, im Ort Langenzersdorf, hat Ilse Pöllmann im August 2021 erlebt, wie sich der Biss eines solchen Nagers anfühlt. „Es war schon finster, als wir am Wasser beim Badesee heimschlendern wollten.“ So schnell konnte Pöllmann gar nicht reagieren, spürte sie plötzlich einen festen Biss am rechten Bein. „Das Vieh war sicher 20 Zentimeter groß!“ Erst durch Zerren und Geschrei konnte sie sich schließlich befreien.

Ilse Pöllmann verarbeitete die Verletzungen in ihrem Buch „Rattenbiss“, das auch mit Magie und ...
Ilse Pöllmann verarbeitete die Verletzungen in ihrem Buch „Rattenbiss“, das auch mit Magie und Hexerei nicht spart.(Bild: zVf)

Rattenbissfieber als Gefahr
Geschockt und voller Schmerzen fuhr die Frau sofort ins Spital, wo sie eine Woche verbrachte. Da die Bissspuren ziemlich tief waren, wurde sie am nächsten Tag zur Sicherheit gegen Tetanus geimpft. „Dann hieß es abwarten, ob ein Rattenfieber ausbricht“, sagt Pöllmann. Die Erkrankung, korrekt genannt „Rattenbissfieber“ trete nämlich erst Tage nach einem Biss auf, erklärt Internist Bernhard Angermayr vom Zentrum für universitäre Innere Medizin in St.Pölten.

Zitat Icon

Unbehandelt kann die Infektion in seltenen Fällen schwere Komplikationen wie eine Blutvergiftung oder eine Herzklappenentzündung verursachen.

Dr. Bernhard Angermayr, imed St.Pölten

Mystery-Roman mit Übersinnlichem
Rattenbisse kommen in Österreich zwar selten vor, seien aber keine Bagatelle, betont er. Wenn wirklich ein Nager zubeißt, sollte – wie bei Pöllmann – die Wunde sofort gereinigt und ein Arzt aufgesucht werden. Rattenbiss-Todesfälle seien Angermayr nicht bekannt – hierzulande gebe es diese zumindest nicht. „Mystisch und ein bisschen verhext fühlt es sich trotzdem an“, so Ilse Pöllmann über das Gefühl nach dem Biss. Ratten sehe sie – nun ohne Angst – immer wieder. Sie verarbeitete die Gefühle nach dem Vorfall mit ihrer Protagonistin „Elisabeth“ im Buch „Rattenbiss“. 

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