Noch nie hat in der Steiermark die Lese so früh begonnen wie im heurigen Jahr, viele Winzer sind damit sogar schon fertig. Mediterrane Klimaeinflüsse prägten auch Qualität und Menge.
Wer meint, die anhaltende Trockenheit der vergangenen Monate habe auch den steirischen Weinbauern – wie vielen ihrer Kollegen – geschadet, irrt. „Die Trauben präsentieren sich gesund, aromatisch und von hoher Qualität. Anders als in vielen anderen österreichischen Weinbaugebieten blieben größere trockenheitsbedingte Ausfälle in der Steiermark weitgehend aus“, bilanzierte am Montag der Verein „Wein Steiermark“, der mehr als 500 Mitgliedsbetriebe zählt.
Wir rechnen kaum mit Ernteausfällen durch die heurige Trockenheit, wenngleich einzelne Betriebe stark leiden – vor allem solche mit kargen Böden.

Martin Palz, GF Wein Steiermark
Bild: Christian Jauschowetz
Nur wenige Weinbauern litten
Generell habe das mediterrane Klima den neuen Jahrgang stark geprägt, heißt es von Geschäftsführer Martin Palz und Obmann Stefan Potzinger. Trockene Phasen im Frühsommer und hohe Temperaturen im Hochsommer hätten die Entwicklung der Reben gefördert. Die regionalen Niederschläge reichten in weiten Teilen aus, um stärkeren Trockenstress zu verhindern. Lediglich auf besonders kargen Standorten waren die Bedingungen herausfordernder.
Auch zuletzt bei der Lese spielte das Wetter den Winzern in die Karten. „Die sonnigen Tage und kühlen Nächte während der Hauptlese ermöglichten uns eine gut organisierte und weitgehend stressfreie Lese. Wir Winzer konnten uns über gesunde, aromaintensive Trauben mit sehr guten Zucker- und Säurewerten freuen“, sagt Palz.
Jetzt sind wir alle ein wenig müde, aber vor allem sehr glücklich mit dem Ergebnis. Nach den intensiven Wochen der Lese kehrt nun wieder etwas Ruhe ein.

Vereinsobmann Stefan Potzinger
Bild: Christian Jauschowetz
Junkerpräsentation am 4. November
So früh wie heuer hat die Weinlese in der Steiermark noch nie begonnen: Bereits Ende August wurden die ersten Trauben für die Sektproduktion geerntet. Einige Winzer sind mittlerweile bereits mit der Lese fertig, andere sind noch bei Abschlussarbeiten. Auch bei der erwarteten Menge zeichnet sich in diesem Jahr ein positives Bild ab: Nach 244.717 Hektolitern im Vorjahr wird 2026 erneut mit einer Normalernte gerechnet. Nach ersten Schätzungen könnte die Erntemenge sogar über dem Fünfjahresschnitt liegen. Gelegenheit zur Junker-Verkostung hat man am 4. November in der Stadthalle.
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