Neun Sitze, 800 Volt
Hyundai Staria: Endlich so modern, wie er aussieht
Der Hyundai Staria hat von Beginn an supermodern ausgesehen, wie ein Transporter aus der Zukunft. Ab sofort ist auch die Technik nicht mehr von gestern: Der Bus mit den Pixellichtern bekommt Elektroantrieb – und zwar mit 800 Volt. Verbrenner und Hybrid wurden eingestellt.
Gerade mal 20 Minuten dauert es, bis der 84-kWh-Akku von 10 auf 80 Prozent aufgeladen ist. Damit ist der Neunsitzer alltagstauglich, auch wenn die WLTP-Reichweite von 430 Kilometern nicht rekordverdächtig ist.
Einen 800-Volt-Van gibt es bereits: den Mercedes VLE. Dessen Akku fasst sogar 115 kWh und ermöglicht bis zu 706 Kilometer Reichweite. Allerdings ist er deutlich teurer und nur mit maximal acht Sitzplätzen erhältlich.
Unter den erschwinglicheren Vans ist der Staria aber dennoch gut aufgestellt. Der Ford E-Tourneo Custom kommt aktuell auf bis zu 341 Kilometer Reichweite und muss länger laden. Der VW ID. Buzz kommt weiter, hat aber nur bis zu sieben Sitze und lädt 28 Minuten. Der VW e-Traveller, hat neun Sitze, aber nur eine Reichweite von gut 350 km, außerdem lädt er 30 Minuten.
Der neunsitzige Peugeot E-Traveller hat maximal 136 PS. Mit seiner großen Batterie (75 statt 50 kWh) schafft er bis zu 348 Kilometer. Laden von 10 bis 80% dauert 30 bis 45 Minuten.
Groß und spritzig
Beim Staria Electric liefert ein permanenterregter Synchronmotor an der Vorderachse 218 PS und 350 Nm. Der Bus beschleunigt in 9,5 Sekunden auf Tempo 100 und erreicht 184 km/h. Angesichts von mehr als 2,5 Tonnen Leergewicht sind das durchaus stattliche Werte.
Das Datenblatt nennt für den leichteren Kastenwagen sogar 450 WLTP-Kilometer. Der neunsitzige Bus kommt auf einen Verbrauch von 21,8 kWh/100 km und eben 430 Kilometer.
Mit 5,25 Metern Länge, knapp zwei Metern Breite und 3,27 Metern Radstand gehört der Staria zu den ausgewachsenen Vertretern seiner Art. Zwei seitliche Schiebetüren erleichtern den Einstieg, angeboten werden sieben oder neun Sitze.
Modernisiertes Cockpit, viel Platz
Das Cockpit wurde ebenfalls modernisiert. Zwei 12,3-Zoll-Displays übernehmen Instrumente und Infotainment, häufig genutzte Funktionen behalten erfreulicherweise echte Tasten. Over-the-Air-Updates, kabelloses Apple CarPlay und Android Auto sind ebenfalls vorgesehen.
V2L macht den großen Akku außerdem zur mobilen Steckdose. Über entsprechende Anschlüsse beziehungsweise einen Adapter können etwa Laptop, Werkzeug oder Campingausrüstung mit Strom versorgt werden.
Dank der verschiebbaren Sitze in der zweiten und dritten Reihe lässt sich der Innenraum flexibel an unterschiedliche Anforderungen anpassen. Im Neunsitzer stehen bis zu 1303 Liter Gepäckraumvolumen zur Verfügung. Standardmäßig sind es hinter der letzten Sitzreihe 435 Liter. Ergänzt wird das Raumangebot durch einen Frunk, der mit 24 Litern Fassungsvermögen zusätzlichen Stauraum für Ladekabel oder Taschen schafft.
Auch als Zugfahrzeug lässt sich der Staria einsetzen: Zwei Tonnen gebremste Anhängelast sind freigegeben.
Der Neunsitzer ist ab 69.990 Euro zu haben, inklusive Parksensoren vorn und hinten, Rückfahrkamera, Adaptivtempomat mit Spurführung etc. 20.000 Euro mehr kostet die Ausstattung „Presige Line VIP“, die zwar nur sieben Sitze, aber einiges an Luxus beinhaltet, von elektrischen Schiebetüren über ein Bose-Soundsystem bis zur Lederausstattung.

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