Behutsam wird jetzt die March (NÖ) von ihrem starren steinernen Korsett befreit. Für Fische, Vögel und Au ein neues Kapitel.
Ein Eisvogel schießt blau wie ein Edelstein über das Wasser, ein Karpfen durchbricht platschend die Oberfläche – bei Hohenau kehrt neues Leben in die March zurück.
Noch ein ordentliches Stück Arbeit
Noch ist es ein Stück Arbeit, doch die Natur nimmt den neuen Raum bereits dankbar an: Ein alter Flussarm wird wieder an die March angebunden, Ufer werden abgesenkt und das starre Flussbett Schritt für Schritt naturnaher gestaltet. Für Fische, Vögel und die Aulandschaft beginnt damit ein neues Kapitel.
Das steinerne Korsett verschwindet
Dafür wird tief in die bisherige Regulierung eingegriffen: Das steinerne Korsett wird teilweise zurückgebaut, große Mengen Sediment werden bewegt und in den regulierten Lauf eingebracht. Zwei ehemalige Flussarme werden wieder mit der March verbunden. Dadurch verlängert sich ihr Lauf um rund 900 Meter, zugleich wird das Gefälle der Flusssohle verringert. Das Wasser erhält mehr Raum und Zeit, seinen Weg wieder stärker selbst zu gestalten.
Auch die Ufer werden abgesenkt. Bei höheren Wasserständen kann die March dadurch wieder leichter mit ihrem unmittelbaren Umland und den angrenzenden Auwäldern in Kontakt treten. Es entstehen zusätzliche ruhige Wasserbereiche, die als Rückzugs-, Laich- und Lebensräume für Fische dienen. Gerade für die Fischwelt ist die Revitalisierung ein Gewinn. Unterschiedliche Strömungen, flache und tiefere Zonen sowie stille Buchten schaffen vielfältige Lebensbedingungen.
Fischereiverband mit im Boot
Auch die Fischer sind eng eingebunden: Unterstützt wird das Projekt unter anderem vom NÖ Landesfischereiverband, dem Fischereirevierverband II und der Österreichischen Fischereigesellschaft.
„Wir geben unseren Flüssen wieder mehr Raum“, betont LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf. Das nütze nicht nur Fischen, Pflanzen und anderen Arten. Wenn Wasser länger in der Landschaft gehalten werde, verbessere sich zugleich der natürliche Wasserrückhalt und damit der Hochwasserschutz.
Infrastrukturminister Peter Hanke hebt die grenzüberschreitende Zusammenarbeit hervor. Österreich und die Slowakei würden gemeinsam neue Räume für die Natur schaffen und dabei ökologische Aufwertung, Hochwasserschutz und regionale Entwicklung miteinander verbinden.
Die Arbeiten sind Teil des Projekts reConnect und weiterer Maßnahmen im Rahmen von Restore4Life. Auf niederösterreichischer Seite sind Hohenau an der March, Ringelsdorf-Niederabsdorf und Drösing einbezogen. Bis 2027 stehen rund 2,7 Millionen Euro zur Verfügung.
Die March bekommt damit wieder mehr von dem zurück, was ihr einst genommen wurde: Raum. Raum für Wasser und Weiden, für Fisch und Eisvogel – und für eine Au, die wieder freier atmen kann.
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