Anette Rygol (73) kämpft seit einem Jahr gegen hohe Mahngebühren, obwohl sie ihre Vignette bezahlte. Ein digitaler Fehler könnte Schuld sein. Der Frust ist mittlerweile groß.
„Ich habe schon mehr als 40 Briefe daheim und mehrere Strafanzeigen“, sagt Anette Rygol. Ihre Nerven liegen blank. „Ich bin langsam verzweifelt.“ Die gebürtige Deutsche, die mittlerweile in Österreich wohnt, hatte im Jänner 2025 wie immer eine Gutschrift für ihre Autobahn-Vignette online eingelöst. Das dachte sie zumindest. Doch anscheinend kam es zu einem technischen Fehler, wodurch sie gegen ihr Wissen „ungültig“ auf Österreichs Straßen unterwegs war. Die ersten Mahnungen trudelten ein – wir berichteten im Februar.
Kontoauszug als Beweis
Rygol betonte bereits damals: „Es gab keine Fehlermeldung im System, als ich die Vignette einlöste. Und mein Kontoauszug belegt, dass ich eine gekauft habe.“ Sie bezeichnet sich als digital-versiert, „aber man muss wirklich aufpassen, dass da nichts schiefgeht.“
Weitere Mahnschreiben
Inzwischen ist über ein halbes Jahr vergangen. Doch die Sorgen wurden nur größer, die Mahnschreiben mehr. „Ich sehe nicht ein, dass ich über 1000 Euro zahlen muss, niemand findet eine Lösung für mich!“ Der Geldbetrag errechnet sich laut der Seniorin aus einzelnen Strafen mehreren österreichischer Bezirkshauptmannschaften. Ihr geht es, neben der hohen Summe, vor allem um Gerechtigkeit. Sie versteht nicht, warum die Behörden nicht zusammenarbeiten und sie nicht – wenn überhaupt – nur einmal eine Strafzahlung tätigen muss. Dazu wäre sie immerhin bereit, damit alles ein Ende nimmt. Obwohl Rygol weiter betont: „Ich habe nichts falsch gemacht.“
Appell an die Behörden
Der Asfinag sind in dem Fall laut Eigenangabe die Hände gebunden. Rygol appelliert einmal mehr an die zuständigen Behörden, ihr zu helfen. „In Deutschland sind viele genervt, dass zum Beispiel eine digitale Vignette für Österreich erst nach zwei Wochen aktiv wird“, meint sie weiter. „Wenn ich im Jänner 2025 online eine Fehlermeldung bekommen hätte, wäre das auch etwas ganz anderes gewesen.“
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