Krach in Koalition

Paukenschlag: Leibnitz sagt das Erntedankfest ab

Steiermark
24.09.2026 12:32

Paukenschlag in Leibnitz: Am Donnerstag wurde das dreitägige Erntedankfest inklusive Umzug abgesagt. Hintergrund ist ein Streit um die angespannten Stadtfinanzen – auch innerhalb der FPÖ-geführten Koalition. 

Das Erntedankfest in Leibnitz mit seinem großen Umzug war lange Zeit ein Fixpunkt im südsteirischen Veranstaltungskalender. In den vergangenen Jahren wurde die Pausetaste gedrückt, heuer hätte das Fest wieder zur alten Größe finden sollen – drei Tage lang, vom 9. bis 11. Oktober.

Doch dazu kommt es nicht. Wie FPÖ-Bürgermeister Daniel Kos am Donnerstag mitteilt, wird das Erntedankfest doch nicht stattfinden. Es „fällt dem politischen Kalkül von SPÖ und Bürgerforum zum Opfer“, so die Überschrift seiner Aussendung. Hintergrund: Beide Parteien stimmten am Dienstag im Gemeinderat nicht für einen Budget-Nachtragsvoranschlag, der eine notwendige Umschichtung der Mittel ermöglicht hätte.

Bürgermeister Daniel Kos (FPÖ, rechts) und Vizebürgermeister Jochen Pießnegger (ÖVP).
Bürgermeister Daniel Kos (FPÖ, rechts) und Vizebürgermeister Jochen Pießnegger (ÖVP).(Bild: STGLB/Walter)

Budget sorgt für Zwist bei Koalitionspartnern
Das Pikante: Das Bürgerforum von Finanzreferentin Manuela Kittler ist Teil der Koalition. FPÖ, ÖVP und Bürgerforum lösten gemeinsam nach der Wahl 2025 die lange Zeit dominierende SPÖ an der Spitze der südsteirischen Bezirkshauptstadt ab – es war ein kommunalpolitischer Knalleffekt. Die Finanzlage der Stadt ist angespannt. Kittler legte kürzlich ein umfassendes, strenges Sanierungspaket vor, dem ihre Koalitionspartner FPÖ und ÖVP nicht zustimmten. „Die Koalition ist aufrecht“, sagt Kos trotz der Differenzen.

Das dreitägige Fest hätte laut ihm bei Gesamtausgaben von 43.350 Euro und Einnahmen aus Landesförderung, Sponsoring, Standgebühren und dem Hobbykünstlermarkt eine tatsächliche Belastung für die Stadtgemeinde von lediglich 18.550 Euro bedeutet. Eine eintägige Variante wäre nach derselben Kalkulation mit rund 30.000 Euro für die Stadtgemeinde zu Buche geschlagen, da wesentliche Förderungen und Einnahmen weggefallen wären.

Mehr als 5000 Besucher erwartet
Laut dem Bürgermeister hatten sich schon mehr als 80 Hobbykünstler angemeldet, man rechnete mit mehr als 5000 Besuchern. Es wäre eine direkte Wertschöpfung von mehr als 250.000 Euro möglich gewesen. „Das Erntedankfest wurde zum politischen Spielball. Ich hätte mir gewünscht, dass bei dieser Entscheidung nicht parteipolitische Überlegungen, sondern das Interesse unserer Stadt im Mittelpunkt stehen. Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten sollten wir jede Möglichkeit nutzen, unsere Stadt zu beleben“, so Kos.

Und für ÖVP-Vizebürgermeister Jochen Prießnegger ist es „nicht nachvollziehbar, dass ein Projekt, das Menschen nach Leibnitz bringt und damit auch unsere Wirtschaft und unseren Tourismus stärkt, im Gemeinderat keine Mehrheit findet.“ Beide geben der SPÖ die Hauptschuld – und dennoch ist die Kritik am Koalitionspartner Bürgerforum deutlich. 

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