Ein 110-Euro-Diebstahl aus einer Pfandbon-Spendenbox in Mäder (Vorarlberg) bringt einen gelernten Maschinenbautechniker vor das Landesgericht Feldkirch. Trotz Ausreden wie Hunger, Drogenproblemen und fünf Vorstrafen entgeht der Vorarlberger nur knapp einer Haftstrafe – erhält von der Richterin aber eine allerletzte Warnung.
„Sie sagen, Sie hatten Hunger. Daran sind Sie selber schuld. Sie sind ein junger, gesunder Mensch, haben eine abgeschlossene Lehre. Sie können arbeiten!“ Richterin Verena Wackerle spricht bei der Verhandlung am Mittwoch am Landesgericht Feldkirch klare Wort in Richtung des Angeklagten. Zuvor hatte der Vorarlberger gestanden, am 7. Mai in einem Lebensmittelgeschäft in Mäder eine Spendenbox für Pfandbons aufgebrochen und 110 Euro gestohlen zu haben. Aufnahmen der Überwachungskamera, die den Mann in die Bredouille gebracht hatten, bestätigen die Version.
Schaden noch nicht wieder gutgemacht
Beim Geschäftsinhaber habe er sich entschuldigt, den Schaden aber noch nicht ersetzt. Der gelernte Maschinenbautechniker lebt derzeit von 700 bis 900 Euro Notstandshilfe und wohnt im Kaplan-Bonetti-Haus in Dornbirn. Aus der elterlichen Wohnung wurde er nach einem Vorfall mit seinem Bruder weggewiesen. In seiner Vernehmung spricht er von einem Aggressionsproblem, Kokain und Cannabis – und davon, in den falschen Freundeskreis geraten zu sein. Inzwischen habe er ein Anti-Aggressionsprogramm absolviert.
Mildes Urteil und eine letzte Warnung
Doch seine Vergangenheit wiegt schwer: Fünf Einträge stehen bereits im Strafregister. Erst im Juni wurde er verurteilt, weil er bei einem Harntest statt einer Probe nur Wasser abgegeben hatte. Trotz des langen Strafregisters und all der Verfehlungen gibt ihm Richterin Verena Wackerle in Bezug auf die jetzige Geschichte noch eine Chance. Bei einem Strafrahmen von bis zu drei Jahren Gefängnis verhängt die Frau Rat lediglich fünf Monate Haft auf Bewährung und 480 Euro Geldstrafe. „Nützen Sie dieses Urteil als letzte Warnung. Das nächste Mal gibt es eine unbedingte Haft.“ Der Angeklagte nimmt das „Geschenk“ an und gelobt sich am Riemen zu reißen. Sein Wort in Gottes Ohr.
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