Nach Jahren der Planung wird das Blindenleitsystem in der Altstadt von Innsbruck jetzt Realität. Die Stadt Innsbruck rechnet mit Kosten von rund 200.000 Euro.
Was lange währt, wird endlich gebaut: Die Stadt Innsbruck hat nach jahrelanger Planung nun eine Lösung für ein Blindenleitsystem in der Altstadt gefunden. Im Zuge der Neugestaltung der Altstadtpflasterung, die 2025 abgeschlossen wurde, wurde auch die Frage der barrierefreien Orientierung berücksichtigt.
Die Arbeiten am Leitsystem haben erst jetzt gestartet. Die Klärung diverser Rahmenbedingungen verzögerten den Baubeginn. Zuerst mussten Eigentümer und Bundesdenkmalamt zustimmen. Dann musste die Art des Leitsystems geklärt werden. Gleichzeitig erschwerte die sensible Gestaltung der Altstadt sowie die bestehenden Gastgärten und Veranstaltungsflächen die Planung, so die Stadt Innsbruck.
Lücken bleiben: Altstadt nur teilweise barrierefrei
Mit den Fräsarbeiten wurde an diesem Montag entlang des Marktgrabens begonnen. In der Altstadt soll das Leitsystem künftig in Richtung Norden auf der Ostseite unter den Lauben verlaufen. Auf der gegenüberliegenden Seite ist hingegen vorerst kein Leitsystem vorgesehen.
Möglicherweise braucht es noch Verbesserungen. Ein Leitsystem nur auf einer Straßenseite der Altstadt reicht nicht.

Michael Berger, Behindertenbeitrat Innsbruck
Bild: Nicole Sehabi
Für Michael Berger vom Behindertenbeirat Innsbruck ist das nur bedingt eine gute Lösung: „Eines Tages wird man auch auf der anderen Seite ein Leitsystem errichten müssen. Wenn dort – wie jetzt auf der linken Seite – eine Baustelle ist, kommen blinde Menschen nicht weiter. Außerdem möchten auch beeinträchtige Menschen die Geschäfte und Lokale auf der jeweils anderen Straßenseite erreichen können.“
In der Stiftgasse und der Riesengasse bleiben die bestehenden Entwässerungsrinnen als Orientierungshilfe erhalten. Aufgrund der historischen Beläge wird im Bereich des Sozialministeriums und des Stadtturms nicht gefräst. Ein durchgehendes Leitsystem gibt es damit aber auch in Zukunft nicht. Die Stadt Innsbruck schätzt die Kosten auf 200.000 Euro.
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