55.000 Feuerwehrkameraden rückten heuer schon zu 3500 Einsätzen aus! Neben der körperlichen Belastung verschlingen Ausrüstung & Co. immer mehr Geld. Die Florianis fordern nun geschlossen mehr Unterstützung von der Bundesregierung!
Dem Nächsten zur Wehr und das nur noch für Gottes Lohn, so lautet in etwa die Kritik der heimischen Feuerwehrkommandanten am Sparzwang im Bund. Grund für den Wirbel ist auch die verheerendste Waldbrandsaison seit Jahrzehnten. Tausende Einsatzkräfte, wochenlange Löscharbeiten und Hunderte Hektar verbrannte Fläche – und das bereits seit Februar – ziehen sich durch die aktuelle Bilanz der Florianis. Wie groß die Dimension ist, zeigen die Einsätze im Detail.
Im Kärntner Lesachtal kämpften rund 2000 Freiwillige 24 Tage lang gegen die Flammen, betroffen waren etwa 110 Hektar. In Eisbach-Rein in der Steiermark standen bei einem 17 Tage dauernden Einsatz rund 2500 Kräfte im Einsatz. Im Föhrenwald bei St. Egyden (NÖ) brannten bei gleich zwei Großereignissen rund 159 Hektar. Auch Tirol und die Wiener Lobau waren betroffen.
Mehrere Großbrände gleichzeitig, notwendige Reserven und der hohe Bedarf an Spezialfahrzeugen, Ausrüstung und geschultem Personal bringen selbst das dichte rot-weiß-rote Feuerwehrsystem an seine Grenzen. Gleichzeitig muss aber auch die Einsatzbereitschaft in den Gemeinden erhalten bleiben. Feuerwehrpräsident Robert Mayer fordert deshalb ein Eingreifen des Bundes.
Die Bekämpfung großer Waldbrände könne nicht dauerhaft allein von Gemeinden, Ländern und Wehren finanziert werden: „Hier gilt es, vom Reden ins Tun zu kommen. Und zwar rasch“, so Mayer.
200 Millionen Euro pro Jahr werden gefordert
Seit 2020 investierten die Landesfeuerwehrverbände bereits mehr als 20 Millionen Euro in Spezialfahrzeuge, Waldbrandausrüstung, leichtere Schutzbekleidung, Löschwasserbehälter für Hubschrauber sowie Ausbildung und Infrastruktur. Doch der Bedarf steigt weiter und Verletzungen von Einsatzkräften sowie Schäden an Fahrzeugen und Geräten kommen noch obendrauf.
Der Bundesfeuerwehrverband fordert einerseits mehr Geld und eine Anpassung bestehender Förderungen – Kostenpunkt: 200 Millionen Euro pro Jahr. NÖ-Florianichef Dietmar Fahrafellner poltert in Richtung der zuständigen Stellen in Finanz- und Landwirtschaftsministerium: „Man hat die verdammte Verpflichtung, auch das richtige Werkzeug zur Verfügung zu stellen!“
Die Krux mit der Hilfe aus der Luft
Besonders entscheidend bei extrem großflächigen Waldbränden ist der rasche Einsatz von Hubschraubern. Je früher aus der Luft gelöscht werden kann, desto schneller lässt sich das Flammenmeer unter Kontrolle bringen.
Doch genau hier gibt es auch immer wieder Engpässe zu beklagen. Einerseits, weil starre Dienstpläne von privaten und öffentlichen Helikopter-Stellen nicht immer auf die Schnelllebigkeit des Feuerwehreinsatzes reagieren können, und andererseits, weil es auch in Sachen Bürokratie Aufholbedarf gibt. In Tirol wird beispielsweise jeder Löscheinsatz an Private einzeln ausgeschrieben.
Feuerwehrchef Jakob Unterladstätter meint: „Ein Anruf und der Hubschrauber ist da, das spielt es leider nicht immer. Die Ausschreibungen sollten quartalsmäßig erfolgen.“ Grundsätzlich funktioniere aber die Zusammenarbeit mit privaten Firmen, Polizei und Bundesheer. Eigene Helikopter sind für die Kameraden jedenfalls keine Option, zu aufwendig wären Betrieb und Instandhaltung.
Große Unterstützung dürften aber auch die neuen Heeresflieger der Marke Embraer nicht sein. Beim Einsatz ihrer Löschsysteme muss der gesamte Luftraum „geräumt“ werden. Das führt ebenfalls zu Verzögerungen ...
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