21.02.2006 11:30 |

Gratis arbeiten

Jede fünfte Überstunde bleibt unbezahlt

18,3 Prozent der Überstunden werden nicht bezahlt. Aufzeichnungen der Statistik Austria vom dritten Quartal 2005 zeigen, dass in Österreich 748.500 Personen regelmäßig Überstunden geleistet haben - und zwar 508.000 Männer und 239.000 Frauen. Die wöchentlich im Durchschnitt pro Person geleistete Überstundenzahl belief sich dabei auf 9,4 Stunden.

Das bedeutet, dass in Summe 7.035.900 Überstunden pro Woche anfielen. Auf eine 40-Stunden-Woche umgerechnet würde dies einem Arbeitskräftepotenzial von fast 175.900 Personen entsprechen. Im Jahr 2004 hatten insgesamt 658.600 Personen regelmäßig Überstunden geleistet. Die durchschnittliche wöchentliche Überstundenzahl lag damals bei 9,5 geleisteten Mehrstunden.

Laut AK-Sozialexperten Christoph Klein ergab sich bei der jüngsten Untersuchung darüber, ob Überstunden bezahlt wurden oder nicht, dass 57,2 Prozent eine Abgeltung zur Gänze erhielten, 5,8 Prozent erhielten eine teilweise Abgeltung und 37 Prozent entweder einen zeitlichen Ausgleich oder gar keine Abgeltung. Eine Differenzierung beim letzten Punkt habe zuletzt nicht mehr stattgefunden.

Arbeiten für Gottes Lohn
Bei der 2001-er Befragung, die genauer gewesen sei, habe man eruieren können, dass 18,3 Prozent überhaupt keine Vergütung erhalten hätten. "Das heißt, jeder fünfte Arbeitnehmer macht Überstunden um Gottes Lohn", so der AK-Sozialexperte. Bei insgesamt fast 400.000 Beschäftigungslosen in Österreich sei es ein diese Menge an Überstunden ein "Irrsinn"

Zur Aussage von Arbeitsminister Bartenstein, dass "Arbeit, die geleistet wird, auch bezahlt wird" und unbezahlte Mehrstunden aufgezeigt und abgestellt gehörten, merkte Klein an: Die Voraussetzungen dafür wären, "unfaire Vertragspraktiken abzustellen" und die Unternehmer dazu anzuhalten, ihrer Aufzeichnungspflicht von Arbeitszeiten nachzukommen.

Sonntag, 09. Mai 2021
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