Geschafft!

Verkauf von Wohnungen ist zu Ende – Angst bleibt

Niederösterreich
23.09.2026 06:00

Während die Stadt Wiener Neustadt den Verkauf der Gemeindewohnungen als Neustart bezeichnet, schlagen die Grünen Alarm. Sie fordern Infos, wofür das Geld verwendet wird. Auch unter den Mietern herrscht nach wie vor Angst davor, dass ihre Wohnungen in ein paar Jahren weiterverkauft werden könnten. 

Mit 1. Oktober wechseln die letzten 289 der insgesamt 1646 veräußerten Gemeindewohnungen den Eigentümer. Die neuen Vermieter sind die  EGW, die Erste gemeinnützige Wohnungsgesellschaft, sowie der Lanzenkirchner  Unternehmer Mirza Sehic.

Stadt betont wieder: keine Änderung für Mieter
Vonseiten der Stadt wird wieder betont: Für die Mieter soll sich zunächst nichts ändern: Die bestehenden Mietverträge bleiben aufrecht.

Damit ist die im Vorjahr gestartete Neuordnung des kommunalen Wohnbaus weitgehend abgeschlossen. Von ursprünglich 2256 städtischen Mietwohnungen bleiben rund 25 Prozent im Eigentum der Stadt. Diese begründet die Verkäufe mit der angespannten Finanzlage, hohen Darlehensbelastungen und Leerständen.

Weiterhin Sorge um die Zukunft
Siedlungssprecher Hannes Winkler zeigt sich zufrieden mit dem Verkauf an die EGW. Denn diese kümmern sich schon seit 2006 verlässlich um die Hausverwaltung in seinem Wohnblock, der Robert-Stolz-Siedlung. Doch von Bewohnern anderer Siedlungen, insbesondere jener, die von der Firma rund um Investor Michael Tojner gekauft wurden, gibt es große Ängste und Unsicherheit. Auch deshalb, weil keine Behaltefrist der Wohnungen gesetzlich festgelegt wurde.

„Behaltefrist ist nicht üblich“
Vonseiten der Stadt bestätigt man dies: Eine Behaltefrist wurde bewusst nicht vereinbart, weil es in dieser Branche unüblich ist es zu massiven Abschlägen bei den Erlösen geführt hätte.

Zitat Icon

Mit jedem Verkauf verlieren wir dauerhaft Wohnungen, die der Gemeinde für leistbares Wohnen zur Verfügung stehen. 

Grüne Stadträtin Selina Prünster

Die Grünen kritisieren, dass wertvoller öffentlicher Wohnraum – insbesondere durch den Verkauf an Private – dauerhaft verloren gehe. Sie verlangen, dass die Stadt offenlegt, wie viel durch die Verkäufe eingenommen wurde und wofür das Geld verwendet wird. Zudem fordern sie einen verbindlichen Sanierungsplan für die verbleibenden Gemeindewohnungen.

Ende Oktober folgen detaillierte Infos über Verkäufe
Die Stadt will Ende Oktober die Öffentlichkeit über das gesamte Projekt und das erzielte Verkaufsvolumen informieren. Dann wird auch klar sein, wie viel Geld tatsächlich in die Stadtkasse geflossen ist.

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