Nur drei bis vier Prozent der Österreicher spenden regelmäßig Blut. Karl Nestler weiß aber, wie wichtig derartige Spenden sind. Gemeinsam mit Florian Gollenz, der bereits 18-mal Blut gespendet hat, möchte er darauf aufmerksam machen. Denn durch die neue Kampagne des Roten Kreuzes sollen die Menschen hinter den Konserven sichtbar werden.
„Ohne die Blutspenden anderer Menschen wäre ich längst nicht mehr hier“, hielt Karl Nestler am Montag fest. Bei einem schweren Zugunfall im Jahr 1974 verlor der heute 67-Jährige beide Unterschenkel. Was folgte, war eine schwierige Operation, die der Steirer ohne Bluttransfusionen höchstwahrscheinlich nicht überlebt hätte.
Daneben saß Florian Gollenz und lauschte der berührenden Geschichte. Der 30-Jährige hatte glücklicherweise noch keinen derartigen Schicksalsschlag, jedoch sorgt er regelmäßig dafür, dass Menschen in solchen Situationen geholfen werden kann. Dafür gibt er im wahrsten Sinne des Wortes sein Bestes: „Seit meinem 18. Geburtstag gehe ich Blut spenden. Für mich ist das ja nur ein kleiner Aufwand, der für andere aber Großes bedeuten kann.“
Nur drei bis vier Prozent spenden regelmäßig
Gemeinsam mit dem Roten Kreuz Steiermark machten die beiden Männer am Montag einmal mehr auf die Wichtigkeit von Blutspenden aufmerksam. Sie sind nur zwei von vielen, die bei der neuen Blutspende-Kampagne „Tu’s für uns alle + für dich“ sichtbar gemacht werden sollen.
„Oft wird vergessen, dass das Blut ja nicht nur nach Unfällen benötigt wird. Es spielt zum Beispiel auch in der Behandlung von Krebs eine wichtige Rolle“, betonte Silke Jungbauer, stellvertretende Landesgeschäftsführerin des Roten Kreuzes. Der Amtsführende Präsident Michael Gruber fügt an: „Wer Blut spendet, übernimmt Verantwortung.“
Im vergangenen Jahr organisierte das Rote Kreuz rund 1086 Blutspendeaktionen in der Steiermark. Dabei wurden exakt 45.784 Blutkonserven gewonnen. Was viele nicht wissen: Blutkonserven sind nur 42 Tage haltbar, danach können sie nicht mehr verwendet werden. Eine Blutspende dauert etwa 30 bis 35 Minuten. Mit einfachen, wohnortnahen Aktionen möchte das Rote Kreuz Blutspenden so leicht zugänglich wie möglich machen. Seit einer neuen Verordnung, die im Juni 2025 in Kraft getreten ist, dürfen Männer viermal pro Jahr Blut spenden und Frauen dreimal jährlich. Die meisten Spender in der Steiermark sind zwischen 30 und 40 Jahren.
Das große Problem: Nur drei bis vier Prozent der Österreicher spenden regelmäßig. „Gleichzeitig kann aber jeder von uns jederzeit auf eine Blutspende angewiesen sein“, sagt Nina Just, Abteilungsleiterin des Blutspendedienstes Steiermark.
Die neue Kampagne soll nun darauf aufmerksam machen, dass Blutspenden keine abstrakte Hilfe sind, sondern Menschen retten können, die uns nahestehen, oder sogar uns selbst. Mit einer Spende kann also jeder zum Lebensretter werden.
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