Atomstreit

Keine Annäherung Iran und EU erkennbar

Ausland
20.02.2006 18:00
Der iranische Außenminister Mottaki hat am Montag in Brüssel das Recht seines Landes auf die Anreicherung von Uran betont. Bei Treffen Mottakis mit führenden EU-Politikern zeichnete sich keine Annäherung der Positionen im Atomstreit ab. "Wir wollen den Iran nicht isolieren, wenn der Iran sich nicht selbst isolieren möchte", sagte eine EU-Diplomatin.

Die Europäische Union fordere wegen erheblicher Zweifel an den friedlichen Absichten des Iran nach wie vor den Verzicht Teherans auf die Urananreicherung, teilte sie weiter mit. EU-Außenpolitik-Beauftragter Solana, der ebenso wie EU-Außenkommissarin Ferrero-Waldner mit Mottaki zusammentraf, forderte den Iran auf, das Angebot Moskaus, die Urananreicherung für Teheran in Russland zu übernehmen, anzunehmen.

Mottaki sagte in Brüssel, sein Land sei fest entschlossen, die Atomforschung fortzusetzen. Die Regierung sei bereit, das russische Angebot - über das am Montag in Moskau verhandelt wurde - sorgfältig zu prüfen. Der Iran erwarte die genauen Vorschläge Moskaus zur Urananreicherung auf russischem Territorium.

Die Frage, wann und wo der Iran sein Uran anreichere, müsse jedoch Gegenstand von Verhandlungen sein. "Wenn wir einen Kompromiss in dieser Frage erzielen und wenn die Europäer das akzeptieren, dann bestehen Aussichten, dass wir vorankommen", sagte er.

Der iranische Außenminister betonte zugleich die Bereitschaft seines Landes zur Zusammenarbeit mit dem Westen. "Wir sollten uns der Frage gemeinsam nähern. Die Zeit von verbalen Drohungen ist vorbei." Eine Befassung des UNO-Sicherheitsrates mit dem Streit um die Atompolitik würde dazu führen, dass der Iran seine "freiwillige Zusammenarbeit" mit der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) einstelle.

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