Der Kampfsportabend in den heimischen Ligen hatte aus Salzburger Sicht einiges auf Lager. Ringer-Rekordmeister AC Wals gastierte beim krassen Außenseiter Wien. Derweil gingen die Judo-Ligen in den Herbst, legte Sanjindo Bischofshofen mit einem Heimdoppel los.
Schon die Aufstellung verriet es, dass die Walser auf ihrer „Mission 57“ keine Not sahen, die erste Garnitur aufzubieten. So verzichtete Coach Matthias Außerleitner bei seinem Comeback nach Urlaub auf die Stützen Marchl, Ragginger oder die Bektemirov-Brüder Mago und Isa. „Unten sind ein paar umgefallen, dann haben sich andere anstecken lassen“, resümierte er.
Leihgabe sicherte Sieg ab
Zur Pause lag man im Freistil überraschend 12:16 hinten. Im Griechisch-Römisch, wo Erik Szilvassy als einziger Legionär antrat, drehte man aber den Spieß um und siegte mit 31:24. Am Ende sicherte die unbesiegte Innsbruck-Leihgabe David Schober den Sieg ab. „Passiert ist nichts, aber ich hätte mir schon mehr erwartet“, fand Außerleitner. Kommende Woche pausieren die Salzburger, ehe es am 3. Oktober daheim gegen Söding weitergeht. In der 2. Liga fertigte Vigaun/Abtenau Graz mit 48:5 ab. Die Wals Juniors bestreiten kommende Woche einen Nachtrag bei den Klaus Juniors.
Debakel bei Volksfest
Nichts zu erben gab es derweil für Sanjindo Bischofshofen in der Judo-Bundesliga. Gegen Serienmeister Galaxy Tigers ging man mit 1:13 unter. „Die Stimmung war so gut wie schon lange nicht mehr, aber im Kopf waren wir leider sehr schwach heute“, berichtete Kapitän Michael Niederdorfer aus der Hermann-Wielandner-Halle. Im Vorfeld hatte man sich mehr ausgerechnet, weil auch die Wiener einige Stützen vorgaben, diese aber kurzerhand durch neue bärenstarke Legionäre ersetzten. „Jetzt müssen wir eben noch was gewinnen, damit wir das Final Four erreichen“, erklärte Niederdorfer. Schlusslicht JU Pinzgau kassierte indes bei Wels ein 4:10.
Unser junges zweites Team hat zufriedenstellend gekämpft. Da ist nächstes Jahr sicher mehr drin. In der Bundesliga waren wir im Kopf leider sehr schwach heute.
Bischofshofen-Kapitän Michael Niederdorfer resümierte
Die junge zweite Sanjindo-Mannschaft verpasste zum Kehraus der 2. Bundesliga derweil die Play-offs. Gegen Leader Wimpassing gab es ein 5:9, derweil blieb Schützenhilfe des PSV (6:8 ohne Athleten bis 60 Kilo in Kirchham) aus. Die Stadt-Salzburger verteidigten aber trotzdem Rang zwei.
Ehrung für das Lebenswerk
Positive Ausnahme an diesem schwarzen Tag für die Pongauer: Zuletzt kündigte das Sportministerium an, Sanjindo-Sportchefin Marianne Niederdorfer mit dem Ehrenamtspreis für ihr Lebenswerk zu ehren. Die einstige Vize-Europameisterin wurde bereits zweimal als Trainerin des Jahres ausgezeichnet, ist seit über 50 Jahren aktiv und führte ihre Schützlinge im letzten Vierteljahrhundert zu mehr als hundert Staatsmeistertiteln. „Früher waren wir die Helden, wenn wir ein, zwei Siege gefeiert haben. Wenn du mittlerweile ohne Gold heimkommst, bist du fast schon der Loser im Verein“, grinst Sohnemann Michael. Auch der Mama mitzuverdanken und seit Donnerstag hochoffiziell: Mit Elena Dengg, Maria Höllwart und Thomas Scharfetter fahren gleich drei „Tiger“ im Oktober zur Weltmeisterschaft.
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