Für eigenes Luxusleben

Top-Unternehmer soll Millionen veruntreut haben

Ausland
19.09.2026 19:36
Porträt von krone.at
Von krone.at

Schwere Vorwürfe gegen den deutschen Top-Unternehmer Wanja Oberhof (40): Er soll Millionen eines Investors veruntreut und in sein eigenes Luxusleben gesteckt haben. Oberhof drohen nun bis zu 20 Jahre Haft.

Wie die deutsche „Bild“ berichtete, handelt es sich bei dem Opfer um den ehemaligen Siemens-Chef Klaus Kleinfeld. Dessen Anwältinnen und Anwälte seien vor mehreren Wochen auf die US-Justiz zugegangen, heißt es. Zu diesem Zeitpunkt dürften bereits Ermittlungen gegen Oberhof gelaufen sein. In den Gerichtsunterlagen wird dem Unternehmer, der unter anderem an Betrieben wie Social Chain und Poresta Systems beteiligt war oder ist, ein Betrugsschema vorgeworfen, das 2022 seinen Anfang nahm.

Kleinfeld soll sich für ein Wellness-Start-up von Oberhof interessiert und diesem Geld für einen bestimmten geschäftlichen Zweck gegeben haben. Wanja Oberhof soll die Mittel aber nicht für das Unternehmen genutzt, sondern zumindest teilweise für private Ausgaben verwendet haben. Medien wie das Handelsblatt berichten unter anderem von der Rückzahlung eines persönlichen Darlehens und der Begleichung der Miete seiner Penthouse-Wohnung in New York.

Hier sehen Sie ein Handelsblatt-Posting zu den Vorwürfen gegen Oberhof:

Unterlagen manipuliert?
Um diese Vorgänge zu verschleiern, soll der Deutsche dem Ex-Siemens-Chef manipulierte Unterlagen vorgelegt haben. Im Dezember 2025 habe Kleinfeld von möglichen Unregelmäßigkeiten erfahren, schreibt die „Bild“. Einen kleinen Teil des Geldes soll er inzwischen zurückbekommen haben. Bereits im August 2024 hatte ein weiterer Kreditgeber des Wellness-Start-ups eine Zivilklage vor dem New York State Supreme Court eingereicht. Es ging um zivilrechtlichen Betrug und die Verletzung der Verpflichtungen aus der Kreditfinanzierung.

Oberhof wurde am Flughafen Newark in New Jersey festgenommen, als er gemeinsam mit seiner Ehefrau und Geschäftspartnerin Anabel Oelmann nach Deutschland zurückreisen wollte. Inzwischen sitzt er in Haft und ist wegen Betrug mittels elektronischer Kommunikation angeklagt. Die Höchststrafe für dieses Delikt beträgt 20 Jahre Gefängnis.

Kaution in Millionenhöhe
Ein US-Gericht hat eine Kaution in der Höhe von zwei Millionen Dollar festgesetzt. Zwei Personen müssen zudem für Oberhof bürgen. Hier sollen seine Anwältinnen und Anwälte eine Sonderregelung mit der US-Regierung verhandelt haben. Eigentlich muss mindestens eine Person bürgen, die in den Vereinigten Staaten wohnt. Bei dem Unternehmer, der laut eigenen Aussagen mehr als 40 Betriebe mit aufgebaut oder finanziert hat, sollen zwei Personen außerhalb der USA reichen. Oberhofs Aktivitäten in Deutschland und Österreich haben laut Berichten nichts mit den Vorwürfen zu tun.

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