Di, 25. September 2018

Auch Kurz vor Ort

03.12.2014 15:10

Anti-IS-Koalition rechnet mit langem Kampf

Die internationale Allianz gegen die Terrormiliz Islamischer Staat rüstet sich für einen jahrelangen Kampf. "Jeder weiß, dass es ein langer Weg ist", sagte der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier am Mittwoch bei einem Treffen der Koalition in Brüssel. Ähnlich äußerte sich sein US-Amtskollege John Kerry. An den Beratungen nahm auch Außenminister Sebastian Kurz teil.

Die Anti-IS-Koalition unter der Führung der Vereinigten Staaten hatte sich Anfang September mit zunächst fünf westlichen und fünf arabischen Staaten zusammengefunden, um den Vormarsch und die Schreckensherrschaft der Extremisten im Irak und in Syrien zu stoppen. Inzwischen gehören der Koalition etwa 60 Staaten an. Rund ein Dutzend Nationen fliegen Luftangriffe. Österreich engagiert sich im Rahmen der Koalition ausschließlich humanitär und politisch.

"Bedrohung für die Werte von uns allen"
US-Außenminister Kerry würdigte die breite internationale Zusammenarbeit gegen die sunnitischen Extremisten: "Der IS ist eine Bedrohung und eine Gefahr für die Werte von uns allen." Die Koalition existiere seit weniger als drei Monaten, habe aber bereits beträchtliche Erfolge erzielt. Allerdings würden voraussichtlich noch Jahre nötig sein.

Ziel des Brüsseler Treffens war es, den militärischen Kampf zu koordinieren und eine gemeinsame Strategie zu finden, um den sunnitischen Extremisten auch politisch das Wasser abzugraben. Neben der Fortsetzung der Luftangriffe mehrerer Staaten unter der Führung der USA gegen die IS-Miliz soll auch über Möglichkeiten diskutiert werden, wie der Zustrom ausländischer Kämpfer zu der Extremistenmiliz gestoppt werden kann. Zudem nannte Kerry die Suche nach Möglichkeiten, die Finanzierung der Dschihadisten zu stoppen. Weiteres Thema war die humanitäre Hilfe für Menschen, die wegen der Kämpfe im Irak oder Syrien fliehen mussten.

"Iran nie an Angriffen auf IS im Irak beteiligt"
Kurz vor Beginn der Beratungen hatten die USA berichtet, dass erstmals auch iranische Kampfflugzeuge im benachbarten Irak IS-Stützpunkte angegriffen hätten. Aus Teheran hieß es jedoch, man habe keine Luftangriffe gegen IS-Stellungen im Irak geflogen. "Der Iran war nie an irgendwelchen Luftschlägen gegen IS-Ziele im Irak beteiligt", sagte ein Regierungsvertreter, der anonym bleiben wollte, am Mittwoch.

Die iranische Außenamtssprecherin Marzieh Afkham erklärte, sie "bestätige diese Informationen über eine militärische Kooperation mit dem Irak nicht". Der Iran liefere der irakischen Armee militärische Ausrüstung und Ausbildung im Rahmen der internationalen Regeln. Es habe "keine Änderung" in der iranischen Politik gegeben, Bagdad im Kampf gegen die Miliz Islamischer Staat zu unterstützen. Teherans Strategie stützte sich bisher auf die militärische Beratung der irakischen Streitkräfte, nicht auf direkte Einsätze.

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