89% für WB-Boss in NÖ

Nach Posse um Mandatskauf: Ecker wiedergewählt

Innenpolitik
17.09.2026 21:00
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der schwarze Wirtschaftsbund Niederösterreich (WBNÖ) hat am Donnerstag die Weichen für die kommenden Jahre gestellt. Wolfgang Ecker, Präsident der Wirtschaftskammer Niederösterreich, wurde in seinem Amt als Landesgruppenobmann bestätigt. Anonyme Anzeiger brachten ihn – und Wirtschaftsbund-Direktor Harald Servus – zuletzt wegen möglicher Mandatskäufe in Bedrängnis. 

Zur Vorgeschichte: Bei der Staatsanwaltschaft St. Pölten ging am Montag eine Anzeige wegen des Verdachts mehrerer „gerichtlich strafbarer Handlungen“ von Ecker und Servus ein. Inhalt: möglicher Mandatskauf, möglicherweise verhinderte Rechnungshofprüfungen und etwaige Provisionszahlungen zwischen dem nunmehr gefallenen Wiener Wirtschaftskammer-Präsidenten Walter Ruck und Ecker bei der Vermittlung von Kunden und Aufträgen.

Staatsanwaltschaft stellte Ermittlungen ein
Die Staatsanwaltschaft stellte die Ermittlungen jedoch am Mittwoch ein. Es hätten sich bei der Prüfung keine Verdachtsmomente ergeben.

Einige Funktionäre des Wirtschaftsbundes in Niederösterreich meldeten sich zudem bei der „Krone“. Sie prangerten „Zustände wie in Nordkorea“ an, sparten nicht mit Kritik an Ecker und forderten ihn zum Rücktritt auf.

Klares Votum bei Hauptversammlung
Doch am Donnerstag war bei der 20. Hauptversammlung des niederösterreichischen Wirtschaftsbundes davon nichts mehr zu spüren bzw. zu hören. Ecker, Steinmetzmeister aus Wolfsgraben, wurde von den 150 Delegierten mit 88,67 Prozent erneut zum Landesgruppenobmann gewählt. Wobei: Es war das schlechteste Ergebnis für einen WBNÖ-Obmann bei einer Wiederwahl überhaupt.    

Ecker sieht „klaren Auftrag“
„Ich nehme dieses Vertrauen mit großer Dankbarkeit an, aber vor allem mit einem klaren Auftrag. Unsere Betriebe stehen wirtschaftlich unter enormem Druck, und gleichzeitig müssen auch wir als Interessenvertretung bereit sein, uns weiterzuentwickeln. Wir müssen zuhören, ändern, was nicht mehr funktioniert, und mit aller Kraft vertreten, was unsere Unternehmerinnen und Unternehmer brauchen. Genau diesen Weg möchte ich gemeinsam mit unserem Team und unseren Mitgliedern gehen“, so Ecker nach seiner Wiederwahl.

Zitat Icon

Wir müssen zuhören, ändern, was nicht mehr funktioniert, und mit aller Kraft vertreten, was unsere Unternehmerinnen und Unternehmer brauchen.

Wolfgang Ecker, Obmann des niederösterreichischen Wirtschaftsbundes, nach seiner Wiederwahl.

„Das wird kein Schönwettersegeln in den nächsten Jahren“
WBNÖ-Direktor Harald Servus, der auch ÖVP-Nationalratsabgeordneter ist, sieht in der Wiederwahl ein Signal für die kommenden Jahre: „Gerade in solchen Zeiten braucht es Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Das wird kein Schönwettersegeln in den nächsten Jahren.“ Den Erneuerungsprozess verstehe der Wirtschaftsbund als Einladung an die gesamte Organisation: „Wir brauchen unsere Mitglieder nicht als Publikum eines Veränderungsprozesses. Wir brauchen sie als Teil davon.“

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