An der Ostflanke der NATO wachsen die Sorgen vor russischen Angriffen. Angesichts jüngster Vorfälle im polnisch-ukrainischen Grenzgebiet warnt Regierungschef Donald Tusk nun vor einem „russischen Plan“, die Ukraine-Verbündeten gezielt anzugreifen.
Es bestehe ein „reales Risiko“, dass Drohnen auf das Gebiet eines oder mehrerer Staaten an der NATO-Ostflanke stürzten, sagte Tusk im Parlament in Warschau. Diese könnten zu Zerstörungen führen. Moskaus offizielle Darstellung werde sein, „dass es sich um einen Unfall handelt“, sagte Tusk. Ziel sei es, den Zusammenhalt innerhalb des Verteidigungsbündnisses zu schwächen.
Alarm in polnischem Grenzgebiet
Tusks Äußerungen stehen vor dem Hintergrund jüngster Zwischenfälle mit Drohnen im polnisch-ukrainischen Grenzgebiet. Dort hat es nach Angaben der Regierung in Warschau erneut einen Drohnenangriff unweit von einem Grenzübergang gegeben.
„Sehr nahe an der polnischen Grenze, unweit von Dorohusk, ist höchstwahrscheinlich wieder eine Tankstelle angegriffen worden“, sagte der Ministerpräsident. Er sprach von einer massiven Explosion. „Russland hört nicht auf mit seinen aggressiven Handlungen“, schrieb Polens Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz auf X.
Am Donnerstagvormittag heulten in den Städten Rzeszow und Lublin im Südosten Polens die Sirenen. Das nationale Sicherheitszentrum gab Luftalarm in der Region und forderte die Menschen auf, sichere Räume aufzusuchen. Die polnische Luftwaffe ließ Kampfjets vom Typ F-16 aufsteigen.
Ein Sprecher des Oberkommandos der polnischen Streitkräfte sagte dem Sender TVN24, die Systeme hätten ein unbemanntes Flugobjekt gemeldet, das sich aus Richtung Ukraine der polnischen Grenze genähert habe. Höchstwahrscheinlich habe es sich dabei um eine düsengetriebene Kampfdrohne gehandelt. Diese sei dann über ukrainischem Gebiet entweder abgeschossen worden oder habe ihr Ziel getroffen. Nach etwa einer Stunde kam die Entwarnung.

Drohnenangriff auf Zug
Bereits am Sonntag war es in der Nähe des polnisch-ukrainischen Grenzübergangs Dorohusk-Jahodyn zu mehreren russischen Drohnenangriffen auf dem Gebiet der Ukraine gekommen. Außerdem wurde dort ein Passagierzug von Kiew nach Warschau angegriffen. Polens Regierung warf Russland eine Verschärfung des Krieges gegen die Ukraine vor.
In den vergangenen Monaten gab es wiederholt Drohnenvorfälle in osteuropäischen NATO-Ländern, darunter in Polen, das unter anderem an die russische Exklave Kaliningrad, das mit Russland verbündete Belarus und an die Ukraine grenzt. Auch die baltischen Staaten melden regelmäßig ähnliche Vorfälle.
Liebe Leserin, lieber Leser,
die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.