Thema Inklusion

Mangelnde Förderung sorgt für viel Frustration

Oberösterreich
16.09.2026 19:00

Immer mehr Kinder an Schulen benötigen Sonderbetreuung. Doch die Mittel und zugeteilten Stunden wurden schon seit 1995 nicht angehoben. Pädagogen fühlen sich alleingelassen, wie nun eine neue Umfrage deutlich zeigt.

Zu wenige Ressourcen personeller und finanzieller Natur, kaum Räumlichkeiten und viel zu lange Wartezeiten auf die nötigen Genehmigungen – die heimischen Pädagogen an den Pflichtschulen und Kindergärten zeichnen in einer Umfrage ein recht trauriges Bild, wenn es um Inklusion an den Bildungseinrichtungen geht. Fast 900 Lehrer, Elementarpädagogen und Schulleiter haben sich an der Umfrage des SLÖ (Sozialdemokratische Lehrer Österreich) und der Gewerkschaft Younion zur Situation von Integrationskindern beteiligt.

„Die Ressourcen reichen einfach nicht aus, und die Kinder bekommen damit auch nicht die Fördermaßnahmen, die sie benötigen“, so Franz Bicek, selbst Volksschuldirektor und Landesvorsitzender des SLÖ.

Alle Kinder sollen gefördert werden
Denn während die Zahl der Kinder, die den sogenannten Sonderpädagogischer Förderbedarf benötigen, steigt, würden die Mittel und Förderstunden seit 1995 stagnieren. „Das führt dazu, dass Kinder frustriert sind und nicht mehr in die Schule wollen, weil sie nicht gefördert werden und nicht mitkommen“, heißt es. „Aber diese Kinder verdienen es, dass sie gefördert werden. Es gibt viele Fälle, die nach ein paar Jahren keine Unterstützung mehr benötigen“, so Personalvertreterin Margit Sageder.

Man fordert deshalb mehr Förderstunden, weniger Bürokratie und eine deutliche Anhebung des Rechenschlüssels für finanzielle Mittel und Planstellen.

Kommentar das „Krone“
Niemanden ausgrenzen

Es ist ein Wortungetüm, bei dem sich wohl die wenigsten wirklich etwas vorstellen können – Sonderpädagogischer Förderbedarf. Und die Bandbreite, wann dieser zum Einsatz kommt, ist groß. Das geht von Down-Syndrom über alle Formen von Autismus bis hin zu Lernschwächen.

(Bild: Krone KREATIV, Alexander Schwarzl, Markus Wenzel)

Aber vor allen stehen dahinter Kinder. Und wenn die nicht entsprechend gefördert werden, dann nimmt man ihnen die Chance, ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Umso unverständlicher ist, dass seit 1995 der Schlüssel für die Verteilung von Förderstunden und Lehrpersonal nicht einmal angehoben wurden.1995

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