Keine Steuerentlastung

Butter wird billiger, Sprit wird immer teurer

Tirol
15.09.2026 05:00

Viel Aufwand für wenig Ersparnis! Die Mehrwertsteuersenkung entlastet die Geldbörse kaum, für heimische Betriebe bedeutet sie aber vor allem einen zusätzlichen Aufwand.

„Es hätte andere Möglichkeiten gegeben, um das Volk zu unterstützen. Ich weiß nicht, wieso man die Steuer auf Grundnahrungsmittel senken musste“, sagt Peter Bischofer, Obmann der Sennerei Hatzenstädt in Niederndorferberg. Sie sollte eigentlich eine Entlastungsmaßnahme sein, aber weit gefehlt.

Durch die Senkung der Umsatzsteuer auf Grundnahrungsmittel spart sich ein durchschnittlicher Haushalt gerade mal 57 Euro statt der von der Regierung versprochenen 100 Euro jährlich. Das zeigt eine Auswertung des Markt- und Meinungsforschungsinstituts OGM auf Basis tatsächlich durchgeführter Einkäufe. Am Ende wurde die Steuererleichterung für viele Betriebe zu einer Zerreißprobe.

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Bis heute sind wir uns nicht 100 Prozent sicher, ob wir alles gesetzeskonform geändert haben.

Peter Bischofer, Obmann der Sennerei Hatzenstädt in Niederndorferberg

Komplexe Ausnahmeregelungen, zu wenig Zeit und fehlende Informationen brachten auch die Sennerei von Peter Bischofer an ihre Grenzen. „Bis heute sind wir uns nicht 100 Prozent sicher, ob wir alles gesetzeskonform geändert haben“, sagt Bischofer.

Reine Milch wird seit 1. Juli mit 4,9% besteuert. Mischprodukte, wie zum Beispiel Kakao, sind ...
Reine Milch wird seit 1. Juli mit 4,9% besteuert. Mischprodukte, wie zum Beispiel Kakao, sind von der Steuerreform ausgeschlossen und werden mit 10% besteuert.(Bild: APA/BARBARA GINDL)

Wie viele andere Betriebe musste auch er Preise und Abrechnungssysteme an die neuen Vorgaben anpassen. Besonders die zahlreichen Ausnahmen erschwerten die Umstellung, erzählt er. Bei Mischprodukte wie Kakao oder einem Butterbrot gilt nach wie vor der Steuersatz von zehn Prozent statt der neuen 4,9%.

Für ihn steht der Aufwand dabei in keinem Verhältnis zur wirklichen Entlastung: „Die Kunden bemerken die Preissenkung gar nicht. Es wäre besser gewesen, die Benzin- oder Strompreise zu senken.“

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Es wäre besser gewesen, die Benzin- oder Strompreise zu senken.

Peter Bischofer, Obmann der Sennerei Hatzenstädt in Niederndorferberg

Durch die Senkung müsste man den Preis erhöhen
Sein gesamtes Kassen- und Rechensystem musste von einem IT-Techniker neu aufgesetzt werden. „Der war nicht gerade billig. Die Kosten dafür werden von niemandem übernommen, und das alles, damit ein Produkt ein paar Cent günstiger ist“, ärgert sich der Sennereibetreiber.

Auch die Umstellungskosten könnte man kaum an den Kunden weitergeben, da das Produkt sonst zu teuer werde.

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