Deutsche Union im Tief

CSU-Chef: Kein Sturz von Kanzler Merz, aber …

Außenpolitik
12.09.2026 22:58
Porträt von krone.at
Von krone.at

Angesichts wachsender Kritik vieler Unionspolitiker an Deutschlands Bundeskanzler Friedrich Merz hat CSU-Chef Markus Söder dessen Sturz durch seine Partei ausgeschlossen. Gleichzeitig richtete der bayrische Ministerpräsident aber eine klare Botschaft Richtung CDU-Spitze. 

„Von der CSU auf keinen Fall“, sagte Söder der „Bild“-Zeitung auf die Frage, ob es einen Kanzlersturz geben werde. Auf die Nachfrage, ob er ausschließe, dass dies aus der CDU komme, sagte Söder: „Für die CDU bin ich nicht zuständig, da bin ich nicht der Vorsitzende. Aber für die CSU kann ich das sagen.“

Söder fordert Zusammenhalt
Auf die Frage, ob Merz noch der richtige Mann sei, um eine Regierung zu führen, die Reformen voranbringen wolle, sagte Söder: „Ja, er steht zu den Reformen.“ Auch die Nachfrage, ob Merz noch der richtige Mann sei, bejahte Söder. Natürlich sei es so, dass über Parteien und über Personen geredet werde. „Der Kanzler weiß das“, sagte Söder. Die Union tue aber gut daran, zusammenzustehen „und uns jetzt nicht durch die AfD auseinanderbringen zu lassen“. Nach eineinhalb Jahren gebe es einen schweren Durchhänger, „vielleicht der schwerste, den man sich vorstellen kann, aber kein Grund zum Aufgeben.“

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Nach eineinhalb Jahren gibt es einen schweren Durchhänger, vielleicht der schwerste, den man sich vorstellen kann, aber kein Grund zum Aufgeben.

CSU-Chef Markus Söder

Mit Blick auf einen etwaigen Kanzler-Wechsel sagte Söder: „Egal, wer jetzt sofort einrücken würde, wenn man die Alternativen durchspielt, der käme erst einmal mit den gleichen Problemen aus – mit einer SPD, die sich mit Reformen schwertut.“ 

Söder hofft auf Durchhalten der Bundesregierung bis 2029
Auf die Frage, ob er, Söder, als Nachfolger bereit stünde, sollte Merz hinwerfen, die Vertrauensfrage stellen und diese schiefgehen, antwortete Söder ausweichend mit: „Es ist nicht seine Art, aufzugeben.“ Auf die Frage, ob die Bundesregierung bis 2029 halte, sagte Söder: „Ich hoffe es.“

Söder schließt Kanzlerkandidatur aus
Söder hatte in den vergangenen Jahren wiederholt durchblicken lassen, dass er sich im Amt des Bundeskanzlers vorstellen könnte. Im Juli hatte er allerdings dem „Handelsblatt“ auf die Frage gesagt, ob er noch einmal als Kanzlerkandidat zur Verfügung stehe, soll dies nötig sein: „Dieses Kapitel ist abgeschlossen. Die Frage stellt sich heute nicht – und sie wird sich auch in Zukunft nicht mehr stellen.“ Dennoch wird Söder vereinzelt in deutschen Medien aktuell mit einer möglichen Merz-Nachfolge in Verbindung gebracht – genauso wie Hendrik Wüst (CDU), der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen.

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