Horrorfall Marchtrenk

Fußballclub zeigt häuslicher Gewalt die rote Karte

Oberösterreich
12.09.2026 05:00

Ein Fußballclub aus Marchtrenk hat auf den Horrorfall in seiner Gemeinde reagiert und mit Flyern und Bannern beim letzten Meisterschaftsspiel am Freitag auf das gesellschaftliche Problem aufmerksam gemacht. „Denn Femizide sind nur die Spitze des Eisbergs“, so der Initiator.

Die 15.000-Einwohner-Gemeinde Marchtrenk ist seit Mitte der Woche über die oberösterreichische Landesgrenze bekannt. Grund dafür ist der extrem brutale Missbrauchsfall an einer betäubten Mutter durch ihren Ehemann, der tödlich endete.

Fall lässt niemanden kalt
„Die jüngsten Medienberichte rund um die schockierenden Ereignisse in unserer Stadt lassen auch uns als SC Marchtrenk nicht kalt“, bezog einer der beiden örtlichen Fußballvereine angesichts der Nachrichten Stellung. Man reagierte kurzerhand und machte bei den Heimspielen am gestrigen Freitag auf Gewalt in der Partnerschaft aufmerksam. Der Fußballclub ist nur wenige Autominuten vom Tatort entfernt angesiedelt, der Horror-Ehemann (51) und sein Opfer sollen aber keine Sportplatzbesucher gewesen sein.

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Es geht uns nicht nur um diesen schrecklichen Einzelfall. Gewalt gegen Frauen ist in unserer Gesellschaft leider Alltag.

Manuel Unterweger, Initiator


„Fairness und Werte werden bei uns gelebt. Wir sehen es als Anlass, aufzuzeigen, wie wichtig es ist, häuslicher Gewalt die rote Karte zu zeigen, denn Femizide sind nur die Spitze des Eisbergs“, erklärt Manuel Unterweger, Initiator und Social-Media-Beauftragter des Vereins. Gemeinsam mit dem Verein Stadtteile ohne Partnergewalt verteilte man bereits beim Eingang Flyer an die Zuseher. Die Kampfmannschaft betrat mit einem großen Banner das Spielfeld.

Nach den negativen Schlagzeilen will der Verein bewusst ein Zeichen setzen.
Nach den negativen Schlagzeilen will der Verein bewusst ein Zeichen setzen.(Bild: SC Marchtrenk)

Nicht die erste Fairplay-Aktion
Mit diesen Aktionen fällt der SC Marchtrenk nicht zum ersten Mal positiv auf. „Wir haben mit 260 Kindern und 13 gemeldeten Mannschaften den größten Nachwuchs in der Region. Außerdem haben wir vergangenes Jahr den ,Bruno‘ für die Amateurmannschaft des Jahres nach einer Fairplay-Aktion im Spiel gegen die Union Putzleinsdorf gewonnen“, so Unterweger.

Das Ergebnis des Spiels der Landesligamannschaft gegen DSG Union Naarn wurde am gestrigen Tag zur Nebensache. „Werte zählen genauso wie Punkte“, waren sich die Mannschaften einig.

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