Liebe Leserin, lieber Leser, der Sommer ist vorüber, der Herbst hat Einzug gehalten und bringt ideale Bedingungen, um ausgiebige Wanderungen zu unternehmen. Etwa auf die Bielerhöhe, wo die eindrucksvolle Staumauer des Silvretta-Sees thront. Doch wo heute E-Biker und Urlauber Höhenluft schnuppern, haben einst viele hunderte Zwangsarbeiter schuften müssen – bei Sonnenschein, aber auch bei Regen, Wind und Schneefall. Erst in der Nazizeit wurden die dortigen Kraftwerksanlagen errichtet. Und heute, über 80 Jahre später, kann man immer noch Spuren der damaligen Schreckensherrschaft im Gelände erkennen. Meine Kollegin Angelika Drnek begleitete eine Exkursion des vorarlberg museum ins Silvrettadorf – ihre Eindrücke schildert sie heute in der Kronenzeitung, im Print, aber natürlich auch online. Für die damaligen Zwangsarbeiter muss der Ausblick auf die umliegenden Gipfel besonders schmerzhaft gewesen sein, lag die Grenze zur rettenden Schweiz doch wie zum Greifen nahe. Wer heute auf der Bielerhöhe unterwegs ist, kann die Natur unbeschwert genießen, innehalten, sich seiner persönlichen Freiheit erfreuen – ein Geschenk, das wir manchmal vielleicht nicht genug zu würdigen wissen. In diesem Sinne: Machen Sie´s gut, Emanuel Walser
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