Nach knapp zwei Jahren in den Händen von Terroristen soll die im Niger in Westafrika entführte Wienerin Eva Gretzmacher endlich freigelassen werden. Das Außenministerium spricht von „ermutigenden Informationen“. Und auch der Sohn der Entführten ist voller Hoffnung: „Nach all dieser Zeit ist es ein emotionaler Moment für uns!“
Nach monatelanger Ungewissheit gibt es die freudige Nachricht, auf die ihre Familie so lange gewartet hat: Eva Gretzmacher soll freikommen. Details zur Übergabe der 74-Jährigen nach Österreich sind derzeit noch nicht bekannt. „Der komplexe und sehr gefährliche Prozess der Freilassung und Übergabe ist noch nicht positiv abgeschlossen“, heißt es aus dem Außenministerium.
„Mit Hubschrauber von der Grenze nach Sabha“
„Die Geisel befindet sich derzeit auf libyschem Staatsgebiet. Sie soll mit einem Hubschrauber von der Grenze nach Sabha fliegen, bevor sie ihre Reise an Bord eines Frachtflugzeugs nach Bengasi fortsetzt …“, erklärt der französische Journalist Walid Le Berbère am Freitag auf Social Media.
Sohn kämpfte um Freilassung
Ihr Sohn hatte immer wieder öffentlich auf das Schicksal seiner Mutter aufmerksam gemacht und mehr politischen und diplomatischen Einsatz gefordert: „Nach all dieser Zeit ist es ein unglaublich emotionaler Moment für uns. Gleichzeitig wissen wir, dass der Prozess noch nicht abgeschlossen ist. Die Situation im Sahel ist äußerst komplex und sensibel, und gerade in dieser Phase braucht es noch etwas Geduld und Ruhe. Wir hoffen jetzt einfach von ganzem Herzen, dass alles gut zu Ende gebracht werden kann und wir unsere Mutter möglichst bald wieder in die Arme schließen dürfen.“
Die „Krone“ berichtete über den Fall. Die Wienerin war am 11. Jänner 2025 in Agadez in Niger unter Waffengewalt aus ihrem Haus verschleppt worden.
Monatelang kein Lebenszeichen
Die Kulturvermittlerin wurde verschleppt, als sie 73 Jahre alt war. Monatelang gab es kein Lebenszeichen von ihr – bis zu ihrem 74. Geburtstag. Die IS-nahe Gruppe EIGS ließ ein Bild von ihr über Mittelsmänner veröffentlichen. Es zeigt eine Frau, die sich drei Jahrzehnte lang für die Schwächsten eingesetzt hat. Sie ist gezeichnet, abgemagert – irgendwo in der Grenzregion zwischen Niger und Mali gefangen gehalten. Nach rund 20 Monaten Geiselhaft dürfte die lange Zeit des Wartens für ihre Familie nun endlich ein Ende haben.
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