In Niger entführt

Die „vergessene“ Austro-Geisel Eva Gretzmacher

Österreich
07.01.2026 21:00

Dieser Tage jährt sich das Drama der Wienerin zum ersten Mal: Am 11. Jänner 2025 wurde die Wienerin Eva Gretzmacher (74) von IS-Kämpfern in Westafrika in Geiselhaft genommen. Alle diplomatischen Bemühungen für eine Befreiung scheiterten bisher. Ihr Sohn pocht nun auf die „vereinte Hilfe“ dreier Nationen …

„Zeit ist für eine Geisel kein neutraler Faktor. Sie ist ein Risiko, eine tickende Zeitbombe für die Gesundheit beziehungsweise das Leben meiner Mutter.“ Christoph Gretzmacher bangt seit mittlerweile einem Jahr um das Leben seiner Mutter. Eine Mischung aus Ungewissheit, Sorge, Angst, aber auch Wut auf eine – aus seiner Sicht – gewisse Untätigkeit von Politik, Behörden, Staat quälen den Wiener. Seit dem 11. Jänner 2025, jenem Tag, an dem die Wienerin Eva Gretzmacher in Agadez in Niger entführt wurde.

Unter Waffengewalt aus dem Haus gezerrt
Wir erinnern uns. Die Kulturvermittlerin wurde aus ihrem Haus in der Stadt Agadez verschleppt, als sie 73 Jahre alt war. Monatelang gab es kein Lebenszeichen von ihr – bis zu ihrem 74. Geburtstag. Die IS-nahe Gruppe EIGS ließ ein Bild von ihr über Mittelsmänner veröffentlichen. Es zeigt eine Frau, die sich drei Jahrzehnte lang für die Schwächsten eingesetzt hat. Sie ist gezeichnet, abgemagert – irgendwo in der Grenzregion zwischen Niger und Mali gefangen gehalten.

Die Kulturvermittlerin ist im Grenzgebiet zwischen Mali und Niger gefangen.
Die Kulturvermittlerin ist im Grenzgebiet zwischen Mali und Niger gefangen.(Bild: Familie Gretzmacher)

„Viele Menschen fragen, wie es meiner Mutter geht“, sagt Gretzmacher. „Den Umständen entsprechend soll es ihr gut gehen.“ Direkten Kontakt hat er freilich nicht mit ihr, aber zu „vertrauenswürdigen“ Mittelsmännern mit IS-Kontakten. Christoph Gretzmacher geht es nicht um Schuldzuweisungen, beteuert er – „sondern um Priorität. Mir fehlt die öffentliche Sichtbarkeit im aktuellen Fall.“

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Ich appelliere an die politisch Verantwortlichen, alle zulässigen und international erprobten Hebel zu nutzen, um eine Freilassung meiner Mutter zu ermöglichen.

Christoph Gretzmacher, der Sohn der Geisel

Auch Schweizerin und Amerikaner entführt
Denn der Entführungsfall Eva Gretzmacher sei bis heute auf der offiziellen Webseite des Außenministeriums nicht zu finden. Anders als bei Claudia Abbt aus der Schweiz und dem Amerikaner Kevin Rideout, die gemeinsam mit der Österreicherin festgehalten werden sollen. „Diese Konstellation verdeutlicht, dass es sich nicht um einen isolierten Einzelfall handelt, sondern um eine Lage, die mehrere Staaten betrifft.“ Der Wiener fordert klar: „Kräfte bündeln und gemeinsam mehr politischen und diplomatischen Druck entfalten.“

Christoph Gretzmacher gibt jedenfalls nicht auf. Seit einiger Zeit steht ihm ein bekannter Diplomat zur Seite, um Schwung in das Geisel-Drama zu bringen. Über Lösegeldforderungen will und kann er nicht sprechen – „aus Sicherheitsgründen“.

„Meine Mutter kann nicht noch einen weiteren Sommer in der Wüste verbringen. Temperaturen von bis zu 50 Grad stellen selbst für Menschen mit langjähriger Erfahrung in der Region unter diesen Umständen Lebensgefahr dar. Ich hoffe, dass Winter/Frühjahr 2026 die Zeit ihrer Befreiung wird.“

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