90 Prozent von Männern

Rechtsextreme Taten in Österreich steigen weiter

Innenpolitik
11.09.2026 07:55
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Zahl der rechtsextremen Tathandlungen ist im ersten Halbjahr 2026 weiter gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr legten sie in den ersten sechs Monaten um beinahe zehn Prozent zu. 90 Prozent der Tathandlungen wurden Männern zugeordnet.

Wurden im ersten Halbjahr 2025 noch 787 rechtsextreme Tathandlungen gezählt, waren es in der ersten Jahreshälfte heuer schon 862. Das geht es aus einer Anfragebeantwortung von Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) an SPÖ-Abgeordnete Sabine Schatz hervorgeht.

Zahl steigt seit Jahren
Damit liegt das erste Halbjahr im Trend der vergangenen Jahre, in denen die Anzahl der Tathandlungen immer weiter anstieg. Wurden 2023 insgesamt noch 1208 registriert, waren es 2024 1486 und im vergangenen Jahr 1986.

Zitat Icon

Wird dürfen uns nicht daran gewöhnen, dass rechtsextreme Taten immer weiter zunehmen.

SPÖ-Abgeordnete Sabine Schatz

Von den unter dem Begriff rechtsextrem zusammengefassten Tathandlungen waren 761 explizit rechtsextrem motiviert, 55 rassistisch, 26 antisemitisch und zwölf islamophob. Insgesamt wurden österreichweit im ersten Halbjahr 1004 Anzeigen im Zusammenhang mit rechtsextremistischen, fremdenfeindlichen bzw. rassistischen, islamfeindlichen oder antisemitischen Tathandlungen verzeichnet.

Täter fast ausschließlich Männer
Besonders deutlich gestiegen sind dabei die Anzeigen nach dem Verbotsgesetz, nämlich von 785 auf 887. Rund 90 Prozent der nachgewiesenen Tathandlungen wurden Männern zugeordnet.

„Dürfen uns nicht daran gewöhnen“
„Wir dürfen uns auf keinen Fall daran gewöhnen, dass rechtsextreme Straftaten und Gewalt immer weiter zunehmen. Rechtsextreme Fanatiker sind eine Gefahr für unsere Sicherheit und unsere Demokratie“, betonte SPÖ-Abgeordnete Sabine Schatz. „Neben einem harten Vorgehen gegen Rechtsextreme braucht es auch wirksame Prävention, politische Bildung und Unterstützung für Betroffene.“

Angesichts der steigenden Zahlen forderte sie eine rasche Umsetzung des Nationalen Aktionsplans gegen Rechtsextremismus. Dieser werde „konkrete Maßnahmen bringen“, so Schatz. Der Nationale Aktionsplan soll im Winter fertiggestellt werden und Maßnahmen gegen Rechtsextremismus in Österreich in den Bereichen Bildung und Demokratieförderung, Prävention und Früherkennung sowie Strafverfolgung und Resozialisierung bündeln.

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