Wollte Blackout

Strom-Saboteur: Video von Festnahme veröffentlicht

Ausland
10.09.2026 17:45
Porträt von krone.at
Von krone.at

Tagelang hielt er die deutschen Sicherheitskräfte in Atem. Jener 48-jährige mutmaßliche Strom-Saboteur, der Deutschland in ein Blackout stürzen wollte, ist schlussendlich am Dienstag verhaftet worden. Nun ist ein Video von seiner Festnahme veröffentlicht worden.

Es sind Aufnahmen aus der Bodycam eines Autobahnpolizisten, der sich mit gezogener Waffe langsam dem auf den Boden liegenden Verdächtigen Daniel V. nähert. Dieser befolgt sämtliche Anweisungen und lässt sich widerstandslos festnehmen. In der Nähe seines Zeltes wurden weitere Sprengsätze gefunden, die entschärft werden mussten. Am Montag hatte die Polizei bei Weisweiler bei der westdeutschen Stadt Aachen erneut einen versuchten Anschlag auf das Stromnetz entdeckt. Medienberichten zufolge konnte die Polizei auch eine Liste mit weiteren Anschlagszielen sicherstellen.

Daniel V. ließ sich widerstandslos festnehmen.
Daniel V. ließ sich widerstandslos festnehmen.(Bild: Krone KREATIV/Screenshot Glomex, Handout/Brandenburg Police/AFP)

Aufmerksame Polizisten entdeckten platt gedrücktes Gras
Rund um das Kraftwerk Weisweiler in Eschweiler bei der westdeutschen Stadt Aachen war die Polizei seit Montagnachmittag mit zahlreichen Kräften im Einsatz und hatte intensiv nach dem Tatverdächtigen gefahndet und Spuren gesichert. Nach einem Hinweis auf eine verdächtige Person im Umfeld des Kraftwerks waren dort Abschussvorrichtungen gefunden worden. Mit selbst gebauten Raketen, an denen dünne Drähte angebracht waren, sollte vermutlich ein Kurzschluss an den nahe gelegenen Hochspannungsleitungen ausgelöst werden. Letztlich führte platt gedrücktes Gras nahe der Autobahn A4 bei Eschweiler zum 48-Jährigen, der laut Polizei sofort zugab, der Gesuchte zu sein.

V. hatte ein Bekennerschreiben nach einem Anschlag in Brandenburg verfasst und war zur Fahndung ausgeschrieben. Als Grund soll er den Klimaschutz und den Kampf gegen fossile Energien angegeben haben. Die Anschläge wurden im Umfeld der Braunkohlekraftwerke in Nordrhein-Westfalen und Brandenburg verübt. Bisher wird gegen V. wegen „verfassungsfeindlicher Sabotage“ und „Herbeiführen von Sprengstoffexplosionen“ ermittelt. Es ist aber durchaus möglich, dass Terrorismusverdacht ebenfalls hinzukommt. Der 48-Jährige sitzt in Untersuchungshaft.

Innenminister: „Alles spricht dafür, dass es ein Einzeltäter war“
Der Verdächtige wollte seine Angriffe nach Angaben von Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul fortsetzen. „Der war immer noch unterwegs und wollte weitermachen. Dieses Spiel ist heute beendet worden“, sagte Reul am Tag der Festnahme. „Im Moment spricht alles dafür, dass es ein Einzeltäter und alles aus seiner Hand war.“

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