Vor Schulbeginn

Quereinsteiger sichern in Vorarlberg den Start

Vorarlberg
10.09.2026 13:25
Porträt von Vorarlberg-Krone
Von Vorarlberg-Krone

Für über 56.000 Kids beginnt am Montag wieder der Ernst des Lebens. Während die Unterrichtsversorgung dank über 180 Quereinsteigern gesichert ist, stehen die Schulen vor weiteren Herausforderungen.

Wenige Tage vor dem Start des neuen Schuljahrs hat sich der Lehrermangel in Vorarlberg leicht abgeschwächt, bleibt aber eine Herausforderung. An den Landesschulen (Pflicht- und Berufsschulen) sind noch sieben Stellen offen, an den Bundesschulen (AHS, BMHS) vier. Unter den aktuell 379 neuen Lehrkräften befanden sich 71 Quereinsteiger und 114 Personen mit Sondervertrag. Grundsätzlich fehlt es in allen Schularten an Lehrpersonen mit abgeschlossenem Lehramtsstudium.

Viele Bewerber, die Anforderungen nicht entsprochen haben
Zwar habe es viele Bewerbungen gegeben, die Qualifikationen hätten aber häufig nicht den gesuchten Profilen entsprochen, hieß es am Donnerstag bei der Schulstart-Pressekonferenz des Landes. „Wir sind noch nicht dort angekommen, wo wir hinwollen“, erklärte Schullandesrätin Barbara Schöbi-Fink (ÖVP). Die Unterrichtsversorgung sei zum Schulbeginn aber weitgehend sichergestellt.

Auch Pensionisten und Studenten im Einsatz
Wo noch Lehrkräfte fehlen, müssen am jeweiligen Schulstandort Lösungen gefunden werden – etwa über Mehrdienstleistungen, Stundenumschichtungen oder den Einsatz von Studierenden und pensionierten Lehrpersonen.

Am Montag starten in Vorarlberg 56.212 Schüler und Schülerinnen sowie 7019 Pädagogen ins Schuljahr. Für 5578 Kinder – um 179 weniger als im Schuljahr 2025/26 – wird es das erste Mal sein. Bildungsdirektor Heiko Richter sah in dieser Entwicklung den demografischen Wandel widergespiegelt. An 169 Pflichtschulen wird es für über 14.100 Schüler ein ganztägiges Betreuungsangebot geben, an zehn Standorten werden 42 verschränkte Ganztagsklassen geführt.

Bildungslandesrätin Barbara Schöbi-Fink.
Bildungslandesrätin Barbara Schöbi-Fink.(Bild: Diverse Fotografen honorarfrei)

Die Landesrätin hob in ihren Ausführungen zum anstehenden Schuljahr zwei Schwerpunktthemen hervor: Zum einen gelte es die Grundkompetenzen gezielt zu stärken, zum anderen betonte sie ein „sicheres und respektvolles Miteinander an den Schulen“. Bei beiden Schwerpunktthemen habe man bereits Maßnahmen gesetzt, ergänzte Richter. Die einzelnen Schulstandorte erarbeiteten zudem konkrete Schwerpunkte für die Unterrichtsentwicklung, bestehende Lese-Initiativen sollen weiter ausgebaut werden. In Sachen Schulsozialarbeit haben alle Pflichtschulen entweder ein stationäres Angebot am Standort oder Zugang zu mobiler Schulsozialarbeit. Ausgebaut wurden auch die Angebote der Schulpsychologie und der Koordinationsstelle Mobbing.

Anzeige bei Bezirkshauptmannschaft als letzter Schritt
Zum Thema Kopftuchverbot sagte Richter, dass bei Verstößen abgestufte Handlungsabläufe vorgesehen seien. Im ersten Schritt werde die Schülerin zum Abnehmen des Kopftuchs gebeten, kommt sie dem nicht nach, sollen Gespräche mit den Eltern folgen. Der letzte Schritt würde eine Anzeige bei der Bezirkshauptmannschaft sein. „Uns ist ein diskreter Umgang wichtig, damit die Schülerin nicht stigmatisiert wird.“ Eine weitere Neuerung im neuen Schuljahr betrifft die Suspendierung von Schülern – im vergangenen Schuljahr gab es 167 solcher Fälle. Für Schüler, die länger als drei Tage suspendiert werden, gibt es ab dem neuen Schuljahr eine verpflichtende Suspendierungsbegleitung.

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