Einbrüche in Serie

Sechs Jahre Haft für Kriminaltouristen (46)

Vorarlberg
10.09.2026 05:00
Porträt von Chantal Dorn
Von Chantal Dorn

Neun Vorarlberger Familien erwartete nach ihrer Rückkehr aus dem Urlaub das reinste Chaos: Ein einschlägig vorbestrafter Albaner war in ihre Wohnungen eingebrochen. Am Mittwoch musste sich der Mann deswegen vor Gericht verantworten.

Von Juli bis August vergangenen Jahres zog der 46-jährige „Kriminaltourist“ eine Spur der Verwüstung quer durch Vorarlberg. In neun Wohnstätten brach er ein. Der Beutewert beträgt mindestens 14.000 Euro. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Denn zum gestohlenen Geld kommt der Sachschaden durch aufgebrochene Türen und zerschlagene Scheiben noch dazu. Ganz zu schweigen von jenem Schaden, den keine Versicherung ersetzt: das Wissen der Opfer, dass Fremde in ihren intimsten Räumen herumwühlten. Ein Komplize soll auch dabei gewesen sein. Doch wer, das weiß angeblich nur der Angeklagte selbst, und der gibt einen Namen an, der sich als frei erfunden herausstellt.

DNA-Spuren an den Tatorten hatten eindeutig zu dem nun angeklagten Albaner geführt. Er wurde per europäischem Haftbefehl gesucht. Seit März dieses Jahres befindet sich der 46-Jährige nun in Untersuchungshaft in der Justizanstalt Feldkirch. In Handschellen wird der mehrfach vorbestrafte Einbrecher, der bereits wegen einschlägiger Delikte in Schweden und Dänemark hinter Gittern saß, in den Verhandlungssaal geführt. Auf Nachfrage der Vorsitzenden Richterin des Schöffensenats, wie er sich sein zukünftiges Leben vorstelle, gibt sich der zweifache Vater reumütig. „Natürlich möchte ich mich ändern, schließlich habe ich zwei Kinder.“

Familien werden kein Geld sehen
Es klingt wie eine Floskel, denn im nächsten Atemzug erkennt der Kriminelle den Großteil des Schadens gar nicht an. Dabei schrammt dieser, inklusive der von Versicherungen bereits ersetzten Summen, an 40.000 Euro. Staatsanwältin Konstanze Erath lässt sich davon nicht beeindrucken. „Es ist gleichgültig, was der Angeklagte betragsmäßig anerkennt, denn er wird keinen Cent zurückbezahlen können.“

Für die neun betroffenen Familien bedeutet das: Auch ein Schuldspruch wird ihnen ihr Geld nicht zurückbringen. Der Mann ist spielsüchtig, sitzt auf 12.000 Euro Kreditschulden. Am Ende fällt ein Urteil, das die Vorgeschichte des Mannes widerspiegelt: sechs Jahre Freiheitsstrafe. Rechtskräftig ist das Urteil noch nicht. Trotzdem wartet mit der Schweiz das nächste Land, das mit diesem Mann noch eine Rechnung offen hat. Ein Auslieferungsantrag steht bereits.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

9° / 15°
Symbol stark bewölkt
11° / 16°
Symbol bedeckt
11° / 17°
Symbol bedeckt
11° / 17°
Symbol bedeckt
Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung