Eine Südburgenländerin steht wegen Tierquälerei vor Gericht – sie soll schuld am Tod dreier Tiere sein und wehrt sich vehement. „Sie hat mehrere Tierärzte konsultiert und war eher überfürsorglich“, sagt die Verteidigerin. „Das wird ihr jetzt zum Vorwurf gemacht.“
Nach dem Vortrag der Anklage durch die Staatsanwältin herrscht betretene Stille im Saal 2 am Landesgericht Eisenstadt. Die Anwesenden, auch die Angeklagte, schütteln ungläubig den Kopf. Drei ihrer Pferde soll die Südburgenländerin, die wegen Tierquälerei vor der Einzelrichterin sitzt, auf dem Gewissen haben. Es gilt selbstverständlich die Unschuldsvermutung.
Rechnungen gesammelt und bei Gericht vorgelegt
Das erste Tier musste eingeschläfert werden, weil die Frau einen Monat lang angeblich die „Verdachtsdiagnose“ Kolik nicht hatte behandeln lassen. „Ich dachte, man habe ihn vergiftet, dabei war es Nierenversagen.“ Sie legt Rechnungen von diversen Veterinärmedizinern vor, manche übersteigen 1000 Euro.
Schlimm klingt der Vorwurf, die 58-Jährige habe ihre Stute, die sich nach einer Sehnenverletzung nicht auf den Beinen halten konnte, nach einer Totgeburt verenden lassen. „Stimmt nicht“, sagt die Angeklagte. „Die Tierärztin hat gemeint, es dauert noch vier Wochen bis zur Geburt.“ Tags darauf habe sie Ausfluss bemerkt und Alarm geschlagen. „Die Tierärztin hat ohne Untersuchung das Fohlen geholt. Es war tot. Für die Stute war das zu viel. Ich habe die Dame auf Schadenersatz geklagt.“
Abtransport war nicht sofort möglich
Zum dritten Mal wurde die Südburgenländerin angezeigt, weil ihr dreijähriger Wallach drei Tage bei 30 Grad ohne medikamentöse Behandlung und von Krämpfen geplagt in der Sonne gelegen sein soll. „Wir haben Schirme aufgestellt, ihm Wasser gegeben, ihn gewendet, untersuchen lassen und dann in die Klinik gebracht. Dort musste er euthanasiert werden.“
Es wird auf Donnerstag vertagt. Weitere Tierärzte und Nachbarn sollen gehört werden.
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