Ein Kind ohne Mama, eine Mama ohne ihr eigenes Fleisch und Blut. Kathi (23) ist am Ende ihrer Kräfte. Doch am Dienstagvormittag muss sie noch einmal all ihre Energie bündeln: Ein Richter entscheidet erneut, ob ihr Kind nach dem „Koks-Drama“ zu ihr, ihrem Lebensgefährten sowie Oma und Opa ins gemeinsame Familienhaus im Weinviertel (NÖ) zurückkehren darf ...
Es wird spannend, was passiert: Auf beiden Seiten wurden „multiple Beweisanträge“ gestellt, bestätigt die zuständige Bezirkshauptfrau Claudia Pfeiler-Blach im „Krone“-Gespräch. Vom Anwaltsteam der jungen Mama, sprich Elisabeth Thaler und Manfred Arbacher-Stöger, und von der Behörde selbst. Es wirkt wie ein Kampf „David gegen Goliath“.
Wie berichtet, beharrt die Behörde auf dem Faktum, dass bei Baby James Kokain im Körper nachgewiesen wurde (bei einem Ersttest in der Klinik Mistelbach, der zwei Stunden danach wieder negativ war). Ebenso waren jegliche Drogentests in den Haarwurzeln der Mama des Kleinen negativ, auch die freiwilligen Kokain-Tests der gesamten Familie von James.

Was folgte, war eine Odyssee für Kathi und James: Die beiden wurden in ein Mutter-Kind-Heim nach Ansfelden (OÖ) gesteckt, abgesondert. Eine Richterin fällte ein Urteil – gegen die Maßnahme der Behörde, der Kleine durfte zurück. Die Staatsanwaltschaft stellte die Ermittlungen ein (es ging um Körperverletzung, Quälen, Drogenmissbrauch).
Dann kam die Gänserndorfer Jugendhilfe und holte das Baby ab. Wir erinnern uns an das zwei Minuten und fünf Sekunden lange Video, in dem das flehende Weinen der jungen Mama zu hören und knapp ein Dutzend Polizisten zu sehen sind, die eine Sozialarbeiterin unterstützen mussten.
Wir haben in diesem Fall wirklich alles abgewogen, aber für uns ist der Sachverhalt völlig klar.
Claudia Pfeiler-Blach, Bezirkshauptfrau Gänserndorf (NÖ)
Was ist mit James passiert, woher stammte die Droge? „Er hatte Kokain im Körper, das wurde eindeutig festgestellt“, sagt Pfeiler-Blach. „Wir haben alles abgewogen. Aber für uns ist der Sachverhalt klar.“ Das Schicksal eines Babys, das seine Mama seit der Abnahme einmal sehen durfte, ist ungewiss. Ein Richter wird entscheiden. Der Ausgang? „Es ist alles möglich“, so die Bezirkshauptfrau.
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