Nach Koks-Skandal

„Es zerreißt mir das Herz“: Baby James ist weg

Niederösterreich
25.08.2026 17:05

Der dreizehn Wochen alte Bub aus Niederösterreich wurde am Montag nach der „Koks-Affäre“ abgeholt, obwohl eine Richterin der Familie das Kind zugesprochen hatte. Der Staatsanwalt greift jetzt durch. 

James ist weg und niemand weiß, wohin er gebracht wurde. Ohne schriftliche Argumentationsdokumente, dafür mit viel Polizei und der Erklärung „Gefahr in Verzug“. Die „Krone“ fragte bei der Bezirkshauptmannschaft nach, bei der zuständigen Landesrätin Eva Prischl (SPÖ). Antworten gab es keine. „Zum Schutz des Kindes“ kann die Landesrätin nichts dazu sagen. Weder zu dem Akt noch zu den Gründen der Abnahme.

Was ist zuvor passiert? 
Kathi (23) aus Niederösterreich ließ ihren kleinen James ins Spital einliefern an einem Tag, an dem es 39 Grad hatte. Der Kleine wollte weder essen noch trinken, er war lethargisch. Das Krankenhauspersonal agierte professionell. Das Kind wurde durchgetestet – auf alles Mögliche. Und: James’ erster Harntest war Kokain-positiv.

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Die Jugendwohlfahrt hat eine Menge verhaltenskreative Menschen angestellt.

Manfred Arbacher-Stöger, Anwalt der Familie

Alle weiteren negativ. „Krone“-Leser kennen die weitere Geschichte. Mama Kathi wurde getestet – zuerst positiv, dann wieder negativ. Sie musste mit ihrem Baby in ein Mutter-Kind-Heim nach Oberösterreich. Schlussendlich sprach eine Richterin ein Machtwort gegen die Jugendwohlfahrt, nachdem ein Haartest der Mutter auf jegliche Substanzen negativ ausgefallen war. James durfte wieder zu ihr, dem Papa, Oma und Opa.

Das Schreiben der Staatsanwaltschaft zu dem Fall
Das Schreiben der Staatsanwaltschaft zu dem Fall(Bild: Staatsanwaltschaft Korneuburg, Krone KREATIV)
(Bild: Staatsanwaltschaft Korneuburg, Krone KREATIV)

Beamte der Jugendwohlfahrt vor der Tür
Bis, wie berichtet, Montag. Kurz vor Mittag standen Beamte der Jugendwohlfahrt inklusive Polizisten vor der Tür des Familienhauses. James ist seither weg. „Uns wurde kein Bescheid gezeigt, wir wissen nicht, wo er ist. Niemand spricht mit uns“, sagt die Oma des Babys. Die Begründung ist bereits bekannt (weil auch Thema bei Gericht): Der negative Drogenhaartest kann nicht stimmen, weil sich die Mutter Haare färbt. Und: Das Kokain muss dem Baby direkt zugeführt worden sein!

„Regelmäßige Drogentests“
Anwalt Manfred Arbacher-Stöger: „Regelmäßige Drogentest bei Kathi sind übrigens richterlich angewiesen und werden durchgeführt.“ Der zuständige Staatsanwalt hat am Dienstag die Verfahren unter anderem wegen des Verdachts der Körperverletzung und unterlassener Hilfeleistung gegen die Kindesmutter eingestellt. Was bleibt, ist ein Baby, das seiner Mutter genommen wurde. Und versteckt ist. All das laut offiziellen Angaben „zum Schutz des Kindes“.

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