Neuer Notdienst kommt

Land fixiert millionenschweres Pflegepaket

Salzburg
07.09.2026 12:52

Jetzt liegt ein neues Maßnahmenpaket für die Pflege auf dem Tisch: Weil Personalnot in der Langzeitpflege droht, wurde hier bis 2031 der Schwerpunkt gesetzt. Es kommen Vorhaben um insgesamt 45 Millionen Euro wie ein eigener Pflegenotdienst oder mehr Unterstützung für die Kurzzeitpflege. Finanziert wird der erste Teil nicht aus dem laufenden Budget. 

Auf die Pflege warten in Salzburg in den nächsten Jahren große Herausforderungen. Aufgrund von statistischen Daten steht jetzt schon eine alarmierende Zahl fest. Die Zahl der Pflegebedürftigen wird bis 2035 um fast 17 Prozent ansteigen. Während im Moment in den Spitälern die Pflege gut besetzt ist, wird sich dann vor allem in der Langzeitpflege wie Seniorenheimen eine Lücke auftun. Rund 1500 Kräfte werden fehlen, so die Prognose. 

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Beim Pflegebonus haben wir eine Fehleinschätzung getroffen. Es geht in der Pflege ganz grundlegend um das Menschsein. Jeder kennt Momente der Sorge.

Karoline Edtstadler, Landeshauptfrau

Das Land will dem früh genug gegensteuern. Die Ergebnisse der Pflegeplattform III liegen nun auf dem Tisch. Rund 165 Experten haben darin etwa 100 Vorschläge erarbeitet. Es sei kein tatenloser Sesselkreis gewesen, betont die Spitze der Landespolitik. 

Landeshauptfrau Edtstadler: „Sind an der Schmerzgrenze“
Bis 2031 sollen 45 Millionen Euro in die Verbesserungen der Pflege fließen. Für die kommenden beiden Jahre sind 13,5 Millionen geplant. Finanziert wird das nicht aus dem laufenden Doppel-Budget, sondern aus sogenannten Verstärkermitteln. Das sind Gelder, die für Notlagen in speziellen Bereichen zusätzlich verplant werden können. Landeshauptfrau Karoline Edtstadler: „Wir sind damit absolut an der Schmerzgrenze.“ Sie betonte einmal mehr, die Wichtigkeit des Bereiches und gestand ein, dass die ursprünglich angedachte Kürzung des Pflegebonus ein Fehler gewesen sei. Das Paket ist auch keine Zusatzbelastung für Gemeinden, weil der Gemeindeanteil mitübernommen wird. 

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Entscheidend ist wie wir mit den Schwächsten umgehen, so ist die Gesellschaft ingesamt.

Manfred Sampl, Gemeindeverbandspräsident

Eigener Pflegenotdienst kommt
Unter den verschiedenen Maßnahmen, die nun realisiert werden sollen, klingt der Pflegenotdienst schon am konkretesten. Bei Notlagen zu Hause oder in Seniorenheimen sollen Pflegekräfte unterstützen. Zugewiesen soll das über die Gesundheitshotline 1450 werden. „Es braucht nicht immer einen Arzt“, so der Pflegebeauftragte Karl Schwaiger und er nennt Beispiele: „Wenn sich zum Beispiel der Verband löst, weil es heißt ist und die Person alleine zu Hause ist.“ In der Landeshauptstadt soll der neue Dienst schon 2027 starten und dann über das ganze Bundesland ausgerollt werden.

Von Expertenpools bis neue Wege in der Ausbildung
Eigene Expertenpools sollen künftig Seniorenwohnhäuser und Spitäler entlasten. Auch die Kurzzeitpflege soll für Angehörige noch attraktiver werden: Statt derzeit 50 Euro pro Person und Tag zahlt das Land künftig 100 Euro. Der Zuschuss kann für maximal zwei Wochen im Jahr in Anspruch genommen werden. 

Wichtiges Ziel außerdem: Unnötige Fahrten von Seniorenheimen in Spitäler oder zum Arzt sollen künftig vermieden werden. Projekte wie etwa Zahnarztbesuche oder Hautarztuntersuchungen über Telemedizin gibt es schon. 

Berufsbild aufwerten: neues Studium, neue Schulen
Das Land will außerdem ein Master-Studium mit Schwerpunkt Geriatrie finanzieren. Neue Schulanstandorte mit Pflegeschwerpunkt und Matura sind geplant. Innergebirg sollen zusätzliche Lehrgänge aufgestellt werden. 

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