Die Spezialfirma Untha aus Kuchl steuert durch die globalen Unwegsamkeiten. Corona-Krise und die aktuellen Kriege veränderten die Ausrichtung des Maschinenbauers. Im „Krone“-Gespräch mit Firmenchef Kitzberger verrät dieser: „Die Politik soll einen Zehnjahresplan machen.“
„Wir laufen seit März 2020 von einem Wahnsinn in den nächsten. Es läuft nichts mehr geschmeidig.“ Alois Kitzbergers Worte wirken verzweifelt. So sind sie aber nicht gemeint.
Der Geschäftsführer von Untha, einem Spezialisten für Zerkleinerungsmaschinen in Kuchl, erklärt: „Das sind einfach Tatsachen. Zuerst Corona. Dann der Krieg in der Ukraine. Dann die US-Zollpolitik. Dann der Iran-Krieg. Wir sind seit sechs Jahren im Krisenmodus.“ Warum er dennoch positiv ist? Untha sei sehr resilient, man könne mit den Herausforderungen umgehen.
„Es braucht von der Politik einen Zehnjahresplan!“
Der Schredder-Spezialist mit 380 Mitarbeitern in vier Werken im Tennengau exportiert 95 Prozent seiner Maschinen von Kuchl aus in die Welt. Der Müllbereich sei mittlerweile das größte Segment. Zur Erklärung: Unthas Maschinen sind bis zu 35 Tonnen schwere Schredder, die unter anderem jeglichen Müll zerkleinern. Aber auch kleinere Maschinen für Tischlereien, wo Holzreste zu Hackschnitzel verarbeitet werden, waren gefragt. Aber: „Der Holzbereich stagniert, seit Corona investieren Baufirmen oder Tischlereien deutlich weniger.“
Margen sind rückläufig
Aktuell erschließt der Kuchler Industriebetrieb neue Märkte in Asien und Südamerika. Gezwungenermaßen, wie Kitzberger erneut auf die geopolitischen Krisen kommt: „Russland und die Ukraine sind uns als Märkte weggefallen. Und im Nahen Osten waren wir auch schon am Starten – aber dann ist der Iran-Krieg losgegangen. Der Wahnsinn hört nicht auf.“
Auch die Margen, also Nettogewinne sind rückläufig, wie der Firmenchef verrät. Und das, obwohl Stahlpreise und neue US-Zölle freilich am Ende an die Kunden weitergegeben werden. Man könne derzeit nur keine zwei Jahre mehr vorausplanen, vor Corona sei das möglich gewesen.
Von der Politik wünscht sich Kitzberger einen Zehnjahresplan für Österreich, mit konsequenter Umsetzung: „Das Dahinwurschteln und immer nur politisches Kleingeld bis zur nächsten Wahl zu machen, muss aufhören. Wenn ich als Unternehmer so arbeiten würde, wären wir pleite.“
Und mehr Selbstvertrauen sei gefragt. Europa ist im Maschinenbau weltweit zweitbeste Region hinter China. Man könne durchaus Selbstbewusst in Zollverhandlungen auftreten, ist Kitzberger überzeugt. Er sei trotz aller Krisen nämlich positiv gestimmt. Diese Einstellung vermisse er aber in Europa.
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