Geruchsbelästigung

Nachbarschaftsstreit wegen säckeweise Hundekot

Burgenland
07.09.2026 09:00

Mit einem Nachbarschaftsstreit aufgrund von säckeweise Hundekot muss sich demnächst das Bezirksgericht in Güssing im Burgenland beschäftigen. Hintergrund ist ein seit Jahren andauernder Nachbarschaftsstreit in Güttenbach. 

„Krone“-Lesern ist die Vorgeschichte bereits bekannt. Franz Hiller hat an seiner Adresse die vielleicht größte Schwalbenkolonie des Landes. 165 Nester hängen laut seinen Angaben am Haus. Um – wie er sagt – für die Vögel Fliegen zu züchten, hat er massenhaft Hundekot in Säcken gesammelt und direkt beim Zaun der Nachbarn aufgestellt. Diese haben natürlich wenig Freude damit und klagen über Geruchsbelästigung.

Säcke stehen seit Monaten
Seit Mai würden die Säcke bereits stehen, sagt die Nachbarin, Frau N. (Name geändert). Wenn man auf der Terrasse sitze und der Wind richtig gehe, rieche man den Gestank. Ein Biologe habe ihr zudem bestätigt, dass Hundekot für die Zucht von Fliegen völlig ungeeignet sei. „Der gehört entsorgt und hat hier nichts verloren.“ Und: Die meisten Schwalben seien jetzt ohnehin schon nach Süden gezogen. Es gebe also keinen Grund mehr, die Säcke stehenzulassen.

„Stierbauer“ riecht auch
Hiller sieht das hingegen anders. Von anderen Nachbarn gebe es keine Beschwerden bezüglich des Geruches, betont er. 17 Säcke sind es laut seinen Angaben. Und: Der Mist vom „Stierbauer“ vis-à-vis rieche ja auch.

Schreiben von Rechtsanwalt
Weil es heuer nicht das erste Mal ist, dass die Hunde-Hinterlassenschaften an der Grundstücksgrenze stehen, hat Frau N. zuletzt einen Anwalt eingeschaltet. Das Schreiben des Rechtsvertreters, dass die Säcke umgehend entfernt gehören, fruchtete bei dem Pensionisten allerdings nicht. Beim Lokalaugenschein stehen die Säcke noch, Hiller greift mit der bloßen Hand hinein und zerreibt das Material zwischen den Fingern. Man rieche nichts, erklärt er.

Der außergewöhnliche Fall wird deswegen demnächst vor Gericht behandelt. 5000 Euro beträgt der Streitwert. Sie wolle kein Geld, sondern einfach nur, dass er die Säcke wegräumt, sagt die Nachbarin.

Behörden kennen Adresse schon gut
Der Hundekot ist allerdings nur einer von vielen Streitpunkten. Beschwerden und Anzeigen gibt es mittlerweile einige – was Polizei, Behörde sowie Bürgermeister auf Trab hält.

Kaputter Zaun, kaputter Kanal
Erst im Februar war ein Wassercontainer von Hiller auf den Zaun des angrenzenden Grundstücks gestürzt. Der Pensionist glaubt, dass jemand „von drüben nachgeholfen“ habe. Die Erklärung der Nachbarin ist simpler: Der Behälter sei nicht ordentlich aufgestellt gewesen – und sei es auch jetzt wieder nicht. Weil er den Kanal der Nachbarn beim Baggern abgerissen hatte, musste Hiller bereits zahlen.

Streit wegen Säcke voller Hundekot.
Streit wegen Säcke voller Hundekot.(Bild: Christoph Miehl)

Nachbarin erwirkte vor Gericht „Sprechverbot“
N. berichtet weiters, dass der 71-Jährige mit dem Handy Fotos von ihrem Grund mache. Deswegen seien der Zaun und die Sträucher gekommen. Vor Gericht erwirkte sie außerdem, dass er sie ein Jahr lang nicht ansprechen oder anderweitig mit ihr in Kontakt treten darf. Sie fühle sich von ihm bedroht, meint die Nachbarin.

Wuchernde Pflanzen
„Ich habe dieser Frau noch nie etwas gemacht“, entgegnet der 71-Jährige. Und der Zaun sei zu hoch und noch dazu verletzungsgefährdend. Er beklagt auch, dass Pflanzen durch den Zaun wuchern und das Wasser zu ihm rinnt. Außerdem werde am Nachbargrund Pferdemist unsachgemäß gelagert. „Wir haben seit vier Jahren keinen Pferdemist mehr“, meint wiederum N.

Andere Nachbarn meiden Hiller
Doch wie sehen eigentlich die anderen Nachbarn die Sache? Sie seien froh, wenn sie mit Hiller nichts zu tun haben, lautet der Tenor. Wirklich positives haben sie über ihn nicht zu sagen. Hiller habe Kirchen- und Friedhofsbesucher wegen ihrer geparkten Autos angezeigt, heißt es unter anderem. Und: Er betrete fremde Grundstücke und fotografiere dort.

Ein Ende der Streitigkeiten scheint jedenfalls nicht in Sicht zu sein. N. will nun abwarten, wie die Gerichtsverhandlung ausgeht. Hiller zeigt sich sogar etwas optimistisch, dass die Sache zu seinen Gunsten entschieden werden könnte. 

Künstliche Intelligenz als guter Ratgeber
Übrigens: In der Vergangenheit hatte der 71-Jährige noch angekündigt, den Zaun der Nachbarn mit dem Bagger umstoßen zu wollen. Von diesem Vorhaben ist er allerdings mittlerweile abgekommen. Die KI habe ihm davon abgeraten, sagt er.

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