Der Schulstart steht vor der Tür, wer bis zu 200 Euro Förderung des Landes Tirol beantragen will, braucht einen PC. Papier-Formulare haben ausgedient – wie bei vielen anderen Ansuchen auch. Das sorgt für Ärger bei einer Partei im Tiroler Landtag.
Zwei Jahre ist es her, seit sich die Liste Fritz die Förderrichtlinien aller damals 168 Landesförderungen genau angeschaut hat. Dabei wurde festgestellt, dass zwei Drittel (103 Förderungen) von vornherein ausschließlich digital und nicht analog in Papierform zu beantragen waren.
„Daraufhin haben wir mittels Landtagsantrag einen offenen Zugang gefordert, also sowohl digital als auch analog“, sagt Fritz-Klubobmann Markus Sint. „Gerade ältere Menschen, Menschen mit Sprachbarrieren oder Familien in belastenden Situationen dürfen nicht am reinen Online-Zugang scheitern. Nicht jeder hat Computer, Internet oder digitale Erfahrung. Nicht jeder nützt das und kann es auch nützen“, erläutert der Fritz-Klubobmann.
Förderungen des Landes müssen für alle Tiroler zugänglich sein. Wir sagen Ja zur Digitalisierung, aber Nein zur Ausgrenzung!
Fritz-Klubobmann Markus Sint
Bereiche Familien und Bildung besonders kritisch
Ein entsprechender Antrag wurde im Landtag eingebracht und auch angenommen: Der Landtag hat die Landesregierung per Beschluss aufgefordert, allen Menschen einen nicht-digitalen Zugang zu ermöglichen. Eine Nacherhebung der Liste Fritz im Jahr 2026 zeigt jetzt aber: Es hat sich trotzdem nichts verbessert.
Digitale Hürden durch Bürokratieabbau
„Noch immer sind von den 103 ausschließlich digital zu beantragenden Förderungen 97 digital, sechs Förderungen gibt es nicht mehr. Trotz Landtagsbeschluss sind weiterhin zwei Drittel (60%) der Landesförderungen nur online beantragbar. Die schwarz-rote Landesregierung stellt Menschen damit weiterhin vor digitale Hürden. Wer digital beantragen will und kann, soll das weiterhin machen, aber für alle anderen braucht es einen analogen Zugang“, lautet die Kernforderung der Liste Fritz.
Liste Fritz: Es braucht beide Zugänge
Besonders problematisch sei der rein digitale Zugang zu Förderungen im Familien- und Bildungsbereich, etwa dem Kinderbetreuungszuschuss, dem Kindergeld Plus oder der Schulkostenbeihilfe. LA Sint hat einen neuerlichen Antrag eingebracht: Nötig sei nur die Ergänzung der Förderrichtlinien um die drei Worte: „und in Papierform!“
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