Gefährliche Drohung

Ein Blutbad anrichten? Polizisten erschießen? Ich?

Burgenland
04.09.2026 15:00

Prozess in Eisenstadt: Der Vater eines Volksschülers kündigte ein wahres Gemetzel an und drohte, das ganze Dorf in die Luft zu sprengen. Der Burgenländer will von nichts wissen und bekennt sich trotzdem vollinhaltlich schuldig.

Schon nach wenigen Sätzen kommt die Richterin am Landesgericht Eisenstadt zum Schluss: „Sie sind ein Häferl, gell?“ Die trotzige Antwort: „Ja. So bin ich halt. Aber lassen wir das!“

Das Fass ist übergelaufen
Weil sein Sohn (9) von Mitschülern und Lehrern seit Jahren gemobbt worden sein soll; weil das Jugendamt andenkt, ihm den Buben wegzunehmen; weil es in der Firma kriselt; weil es privat unrund läuft; weil er am 2. Juli drei kleine Bier getrunken hat, „obwohl ich nach der Magenoperation schon nach einem betrunken bin“: Dem 45-Jährigen scheint an diesem Tag die Gesamtsituation über den Kopf gewachsen zu sein.

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Ich kann mich nicht entschuldigen, ehrlich! Ich habe panische Angst vor Polizisten. Wenn ich Blaulicht sehe, bin ich fertig.

Der Angeklagte beim Prozess in Eisenstadt

Erst kündigte der Mann bei der Polizei an, beim Volksschulfest ein Blutbad anzurichten. Dann, bei der Einvernahme am Kommissariat, ein paar Beamte zu erschießen. Zu schlechter Letzt drohte er, das ganze Dorf in die Luft zu sprengen. An all das will sich der Unbescholtene nicht erinnern können. Was er weiß: „Dass ich, als sie mich daheim abgeholt haben, sagte: Ich trinke noch mein Bier aus, dann können wir fahren.“ Und: „Dass ich im Wachzimmer vier Stunden im Eck stehen musste, weil die das WM-Match Österreich gegen Spanien im Fernsehen geschaut haben.“

Der 45-Jährige musste sich zum ersten Mal im Leben vor Gericht verantworten.
Der 45-Jährige musste sich zum ersten Mal im Leben vor Gericht verantworten.(Bild: Harald Schume)

„Nichts passiert“ und „nichts angestellt“
Nun legt sich Verteidiger Thomas Herzka für seinen Mandanten ins Zeug. „Er hat seine Emotionen nicht im Griff. Aber er könnte keine Fliege zerquetschen. Und womit hätte er schießen sollen? Er besitzt nicht einmal ein Taschenmesser.“ Nachdem Herzka angemerkt hat, dass „nichts passiert“ sei und der Nordburgenländer „nichts angestellt“ habe, legt er ihm nahe, sich im Gerichtssaal bei den Beamten mit Handschlag zu entschuldigen. „Das kann ich nicht. Ich habe panische Angst vor Polizisten. Wenn ich Blaulicht sehe, bin ich fertig.“

Die Richterin spricht sich aufgrund der Generalprävention gegen die angestrebte Diversion aus – 10 Monate bedingt plus Weisung zur Psychotherapie. „Weniger geht nicht“, sagt Frau Rat. Das Urteil ist rechtskräftig.

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